2 Samuel

1. Und es wurde Joab berichtet: Siehe, der König weint und trauert um Absalom.

2. Und der Sieg wurde an jenem Tage zur Trauer f√ľr das ganze Volk; denn das Volk h√∂rte an jenem Tage sagen: Der K√∂nig ist betr√ľbt um seinen Sohn.

3. Und das Volk stahl sich in die Stadt hinein an jenem Tage, wie ein Volk sich wegstiehlt, das zu Schanden geworden, wenn es im Streit geflohen ist.

4. Und der K√∂nig hatte sein Angesicht verh√ľllt, und der K√∂nig schrie mit lauter Stimme: Mein Sohn Absalom! Absalom, mein Sohn, mein Sohn!

5. Da begab sich Joab zum König ins Haus und sprach: Du hast heute das Angesicht aller deiner Knechte beschämt, die heute dein Leben errettet haben und das Leben deiner Söhne und deiner Töchter, und das Leben deiner Weiber und das Leben deiner Kebsweiber,

6. indem du liebst, die dich hassen, und hassest, die dich lieben; denn du hast heute kundgetan, daß dir Oberste und Knechte nichts sind; denn heute erkenne ich, daß, wenn Absalom lebendig und wir alle heute tot wären, daß es dann recht wäre in deinen Augen.

7. Und nun mache dich auf, gehe hinaus und rede zum Herzen deiner Knechte; denn ich schw√∂re bei Jehova, wenn du nicht hinausgehst, so wird diese Nacht nicht ein Mann bei dir bleiben; und das w√§re schlimmer f√ľr dich als alles √úbel, das √ľber dich gekommen ist von deiner Jugend an bis jetzt.

8. Da machte der König sich auf und setzte sich in das Tor. Und man berichtete allem Volke und sprach: Siehe, der König sitzt im Tore! Da kam alles Volk vor den König. Israel aber war geflohen, ein jeder nach seinen Zelten.

9. Und das ganze Volk haderte miteinander unter allen Stämmen Israels und sprach: Der König hat uns aus der Hand unserer Feinde errettet, und er hat uns befreit aus der Hand der Philister; und jetzt ist er vor Absalom aus dem Lande geflohen.

10. Absalom aber, den wir √ľber uns gesalbt hatten, ist im Streit gestorben; und nun, warum schweiget ihr davon, den K√∂nig zur√ľckzuf√ľhren?

11. Und der K√∂nig David sandte zu Zadok und zu Abjathar, den Priestern, und sprach: Redet zu den √Ąltesten von Juda und sprechet: Warum wollt ihr die letzten sein, den K√∂nig in sein Haus zur√ľckzuf√ľhren? denn die Rede des ganzen Israel ist (O. war) zum K√∂nig in sein Haus gekommen.

12. Meine Br√ľder seid ihr, ihr seid mein Gebein und mein Fleisch; und warum wollt ihr die letzten sein, den K√∂nig zur√ľckzuf√ľhren?

13. Und zu Amasa sollt ihr sagen: Bist du nicht mein Gebein und mein Fleisch? (Siehe Kap. 17,25; 1. Chron. 2,15-17) So soll mir Gott tun und so hinzuf√ľgen, wenn du nicht alle Tage Heeroberster vor mir sein sollst an Joabs Statt!

14. Und er neigte das Herz aller M√§nner von Juda wie eines Mannes Herz; und sie entboten dem K√∂nige: Kehre zur√ľck, du und alle deine Knechte.

15. Und der K√∂nig kehrte zur√ľck und kam bis an den Jordan; und Juda kam nach Gilgal, dem K√∂nig entgegen, um den K√∂nig √ľber den Jordan zu f√ľhren.

16. Da eilte Simei, der Sohn Geras, der Benjaminiter, der von Bachurim war, und kam mit den Männern von Juda herab, dem König David entgegen;

17. und mit ihm waren tausend Mann von Benjamin, und Ziba, der Diener des Hauses Sauls, und seine f√ľnfzehn S√∂hne und seine zwanzig Knechte mit ihm; und sie zogen √ľber den Jordan, dem K√∂nig entgegen. (O. vor dem K√∂nig hin)

18. (Eine F√§hre aber fuhr √ľber, um das Haus des K√∂nigs hin√ľberzuf√ľhren und zu tun, was gut war in seinen Augen.) Und Simei, der Sohn Geras, fiel vor dem K√∂nig nieder, als er im Begriff stand, √ľber den Jordan zu fahren.

19. Und er sprach zu dem König: Mein Herr wolle mir keine Verschuldung zurechnen; und gedenke nicht, wie dein Knecht sich vergangen hat an dem Tage, da mein Herr, der König, aus Jerusalem zog, daß der König es zu Herzen nehme!

20. Denn dein Knecht wei√ü wohl, da√ü ich ges√ľndigt habe. Und siehe, ich bin heute gekommen, der erste vom ganzen Hause Joseph, um hinabzugehen, meinem Herrn, dem K√∂nig, entgegen.

21. Und Abisai, der Sohn der Zeruja, antwortete und sprach: Sollte nicht Simei daf√ľr get√∂tet werden, da√ü er dem Gesalbten Jehovas geflucht hat?

22. Aber David sprach: Was haben wir miteinander zu schaffen, ihr S√∂hne der Zeruja, da√ü ihr mir heute zu Widersachern werdet? Sollte heute ein Mann in Israel get√∂tet werden? Denn wei√ü ich nicht, da√ü ich heute K√∂nig bin √ľber Israel?

23. Und der König sprach zu Simei: Du sollst nicht sterben! Und der König schwur ihm.

24. Und Mephiboseth, der Sohn Sauls, kam herab, dem K√∂nig entgegen. Und er hatte seine F√ľ√üe nicht gereinigt und seinen Bart nicht gemacht und seine Kleider nicht gewaschen von dem Tage an, da der K√∂nig weggegangen war, bis zu dem Tage, da er in Frieden einzog.

25. Und es geschah, als Jerusalem (Viell. ist zu lesen: als er von Jerusalem) dem König entgegenkam, da sprach der König zu ihm: Warum bist du nicht mit mir gezogen, Mephiboseth? Und er sprach:

26. Mein Herr König! mein Knecht hat mich betrogen; denn dein Knecht sprach: Ich will mir den Esel satteln und darauf reiten und mit dem König ziehen, denn dein Knecht ist lahm;

27. und er hat deinen Knecht bei meinem Herrn, dem König verleumdet. Aber mein Herr, der König, ist wie ein (O. der) Engel Gottes: so tue, was gut ist in deinen Augen.

28. Denn das ganze Haus meines Vaters war nichts anderes als M√§nner des Todes vor meinem Herrn, dem K√∂nig; und doch hast du deinen Knecht unter die gesetzt, welche an deinem Tische essen. Und was f√ľr ein Recht habe ich noch? Und um was h√§tte ich noch zum K√∂nig zu schreien?

29. Und der König sprach zu ihm: Warum redest du noch von deinen Sachen? Ich sage: Du und Ziba, ihr sollt die Felder teilen.

30. Da sprach Mephiboseth zu dem König: Er mag auch das Ganze nehmen, nachdem mein Herr, der König, in Frieden in sein Haus gekommen ist.

31. Und Barsillai, der Gileaditer, kam von Rogelim herab und ging mit dem K√∂nig √ľber den Jordan, um ihn √ľber den Jordan zu geleiten.

32. Barsillai war aber sehr alt, ein Mann von achtzig Jahren; und er hatte den König versorgt, als er zu Machanaim weilte, denn er war ein sehr reicher Mann.

33. Und der K√∂nig sprach zu Barsillai: Gehe du mit mir hin√ľber, und ich will dich bei mir versorgen zu Jerusalem.

34. Und Barsillai sprach zu dem König: Wie viel sind noch der Tage meiner Lebensjahre, daß ich mit dem König nach Jerusalem hinaufziehen sollte?

35. Ich bin heute achtzig Jahre alt; kann ich Gutes und Schlechtes unterscheiden? oder kann dein Knecht schmecken, was ich esse und was ich trinke? oder kann ich noch auf die Stimme der Sänger und der Sängerinnen horchen? Und warum sollte dein Knecht meinem Herrn, dem König, noch zur Last sein?

36. Dein Knecht w√ľrde nur auf kurze Zeit (O. will nur ein wenig) mit dem K√∂nig √ľber den Jordan gehen; und warum sollte der K√∂nig mir diese Vergeltung erweisen?

37. La√ü doch deinen Knecht zur√ľckkehren, da√ü ich in meiner Stadt sterbe, bei dem Grabe meines Vaters und meiner Mutter. Aber siehe, hier ist dein Knecht Kimham: er m√∂ge mit meinem Herrn, dem K√∂nig, hin√ľbergehen; und tue ihm, was gut ist in deinen Augen.

38. Und der K√∂nig sprach: Kimham soll mit mir hin√ľbergehen, und ich will ihm tun, was gut ist in deinen Augen; und alles, was du von mir begehren wirst, will ich f√ľr dich tun.

39. Und alles Volk ging √ľber den Jordan, und auch der K√∂nig ging hin√ľber. Und der K√∂nig k√ľ√üte Barsillai und segnete ihn; und er kehrte an seinen Ort zur√ľck.

40. Und der K√∂nig ging hin√ľber nach Gilgal, und Kimham ging mit ihm hin√ľber. Und alles Volk von Juda, und auch die H√§lfte des Volkes von Israel, f√ľhrte den K√∂nig hin√ľber.

41. Und siehe, alle M√§nner von Israel kamen zu dem K√∂nig und sprachen zu dem K√∂nig: Warum haben unsere Br√ľder, die M√§nner von Juda, dich weggestohlen und den K√∂nig und sein Haus und alle M√§nner Davids mit ihm √ľber den Jordan gef√ľhrt?

42. Und alle M√§nner von Juda antworteten den M√§nnern von Israel: Weil der K√∂nig mir nahe steht; und warum bist du denn √ľber diese Sache erz√ľrnt? Haben wir etwa von dem K√∂nig Nahrung empfangen, oder hat er uns irgend ein Geschenk gemacht?

43. Aber die M√§nner von Israel antworteten den M√§nnern von Juda und sprachen: Ich habe zehn Teile an dem K√∂nig, und habe auch an David mehr Anrecht als du; und warum hast du mich gering geachtet? und ist nicht mein Wort das erste gewesen, meinen K√∂nig zur√ľckzuf√ľhren? Und das Wort der M√§nner von Juda war h√§rter als das Wort der M√§nner von Israel.

Significados: Israel, Amasa, Abisai.

Você está lendo 2 Samuel na edição ELB-1871, Elberfelder, em Alemão.
Este l√≠vro comp√īe o Antigo Testamento, tem 24 cap√≠tulos, e 695 vers√≠culos.