Isaías

1. Wehe der stolzen Krone (Wahrsch. Samaria) der Trunkenen Ephraims, und der welkenden Blume seiner herrlichen Pracht auf dem Haupte des fetten Tales (Samaria lag auf einem Hügel) der vom Weine Überwältigten!

2. Siehe, der Herr hat einen Starken und Mächtigen, gleich einem Hagelwetter, einem verderbenden Sturmwinde; wie ein Wetter gewaltiger, überflutender Wasser reißt er zu Boden mit Macht.

3. Mit Füßen wird zertreten die stolze Krone der Trunkenen Ephraims.

4. Und der welkenden Blume seiner herrlichen Pracht auf dem Haupte des fetten Tales ergeht es wie dessen (d. i. des Tales) Frühfeige vor der Obsternte: kaum ist sie in der Hand dessen, der sie erblickt, so verschlingt er sie.

5. An jenem Tage wird Jehova der Heerscharen dem Überrest seines Volkes zur prächtigen Krone und zum herrlichen Kranze sein;

6. und zum Geiste des Rechts dem, der zu Gericht sitzt; und zur Heldenkraft denen, welche den Streit zurückdrängen ans Tor.

7. Und auch diese wanken vom Wein und taumeln von starkem Getränk: Priester und Prophet wanken von starkem Getränk, sind übermannt (Eig. verschlungen) vom Wein, taumeln vom starken Getränk; sie wanken beim Gesicht, schwanken beim Rechtsprechen.

8. Denn alle Tische sind voll unflätigen Gespeies, daß kein Platz mehr ist.

9. Wen soll (O. will) er Erkenntnis lehren, und wem die Botschaft verständlich machen? Den von der Milch Entwöhnten, den von den Brüsten Entfernten?

10. Denn es ist Gebot auf Gebot, Gebot auf Gebot, Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, hier ein wenig, da ein wenig! -

11. Ja, durch stammelnde Lippen (d. h. durch solche, die eine unverständliche Sprache reden; vergl. Kap. 33,19) und durch eine fremde Sprache wird er zu diesem Volke reden,

12. er, der zu ihnen sprach: Dies ist die Ruhe, schaffet Ruhe dem Ermüdeten; und dies die Erquickung! Aber sie wollten nicht hören.

13. Und so wird ihnen das Wort Jehovas sein: Gebot auf Gebot, Gebot auf Gebot, Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, hier ein wenig, da ein wenig; auf daß sie hingehen und rücklings fallen und zerschmettert werden und verstrickt und gefangen werden.

14. Darum höret das Wort Jehovas, ihr Spötter, Beherrscher dieses Volkes, das in Jerusalem ist!

15. Denn ihr sprechet: Wir haben einen Bund mit dem Tode geschlossen und einen Vertrag mit dem Scheol gemacht: Wenn die überflutende Geißel hindurchfährt, wird sie an uns nicht kommen; denn wir haben die Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und in der Falschheit uns geborgen.

16. Darum, so spricht der Herr, Jehova: Siehe, ich gründe (Eig. Siehe, ich bin der, der gegründet hat) einen Stein in Zion, einen bewährten Stein, (Eig. einen Stein der Bewährung) einen kostbaren Eckstein, aufs Festeste gegründet; (Eig. gegründetster Gründung) wer glaubt, (O. wer auf ihn vertraut) wird nicht ängstlich eilen.

17. Und ich werde das Recht zur Richtschnur machen, und die Gerechtigkeit zum Senkblei. Und der Hagel wird hinwegraffen die Zuflucht der Lüge, und die Wasser werden den Bergungsort wegschwemmen.

18. Und euer Bund mit dem Tode wird zunichte werden, und euer Vertrag mit dem Scheol nicht bestehen: Wenn die überflutende Geißel hindurchfährt, so werdet ihr von derselben zertreten werden.

19. So oft sie hindurchfährt, wird sie euch hinraffen; denn jeden Morgen wird sie hindurchfahren, bei Tage und bei Nacht. Und es wird eitel Schrecken sein, die Botschaft zu vernehmen.

20. Denn das Bett ist zu kurz, um sich auszustrecken und die Decke zu schmal, um sich einzuhüllen.

21. Denn Jehova wird sich aufmachen wie bei dem Berge Perazim, (Vergl. 1. Chron. 14,11) wie im Tale zu Gibeon (Vergl. 1. Chron. 14,13-16) wird er zürnen: um sein Werk zu tun-befremdend ist sein Werk! -und um seine Arbeit zu verrichten, -außergewöhnlich (Eig. fremdartig) ist seine Arbeit!

22. Und nun treibet nicht Spott, damit eure Bande nicht fester gemacht werden; denn ich habe Vernichtung vernommen und Festbeschlossenes von seiten des Herrn, Jehovas der Heerscharen, über die ganze Erde.

23. Nehmet zu Ohren und höret meine Stimme, merket auf und höret meine Rede!

24. Pflügt wohl der Pflüger den ganzen Tag, um zu säen? Furcht und eggt er den ganzen Tag sein Ackerland?

25. Ist es nicht so? wenn er dessen Fläche geebnet hat, so streut er Dill und sät Kümmel, und wirft Weizen reihenweise, und Gerste auf das abgesteckte Stück, und den Spelt an seinen Rand.

26. So unterwies ihn sein Gott zum richtigen Verfahren, er belehrte ihn.

27. Denn Dill wird nicht mit dem Dreschschlitten ausgedroschen und das Wagenrad nicht über Kümmel gerollt; sondern Dill wird mit dem Stabe ausgeschlagen und Kümmel mit dem Stocke.

28. Wird Brotkorn zermalmt? Nein, nicht unaufhörlich drischt er es; und wenn er das Rad seines Wagens und seine Pferde darüber hintreibt, so zermalmt er es nicht.

29. Auch dieses geht aus von Jehova der Heerscharen; er ist wunderbar in seinem Rat, groß an Verstand.

1. Wehe Ariel, (Gotteslöwe, d. h. Heldenstadt; oder Gottesherd (Hes. 43,15. 16); vergl. Kap. 31,9) Ariel, Stadt, wo David lagerte! Füget Jahr zu Jahr, laßt die Feste kreisen!

2. Und ich werde Ariel bedrängen, und es wird Seufzen und Stöhnen geben. Und sie wird mir sein wie ein Ariel.

3. Und ich werde dich im Kreise umlagern, und dich mit Heeresaufstellung einschließen, und Belagerungswerke wider dich aufrichten.

4. Und erniedrigt wirst du aus der Erde reden, und deine Sprache wird dumpf aus dem Staube ertönen; und deine Stimme wird wie die eines Geistes (Eig. eines durch Totenbeschwörung Heraufbeschworenen. And. üb.: eines Totenbeschwörers) aus der Erde hervorkommen, und deine Sprache wird aus dem Staube flüstern. -

5. Aber wie feiner Staub wird die Menge deiner Feinde sein, und wie dahinfahrende Spreu die Menge der Gewaltigen; und in einem Augenblick, plötzlich, wird es geschehen.

6. Von seiten Jehovas der Heerscharen wird sie heimgesucht werden (d. h. Jehova wird sich der Stadt wieder annehmen) mit Donner und mit Erdbeben und großem Getöse, -Sturmwind und Gewitter und eine Flamme verzehrenden Feuers.

7. Und wie ein nächtliches Traumgesicht wird die Menge all der Nationen sein, welche Krieg führen wider Ariel, und alle, welche sie und ihre Festung bestürmen und sie bedrängen.

8. Und es wird geschehen, gleichwie der Hungrige träumt, und siehe, er ißt-und er wacht auf, und seine Seele ist leer; und gleichwie der Durstige träumt, und siehe, er trinkt-und er wacht auf, und siehe, er ist matt und seine Seele lechzt: also wird die Menge all der Nationen sein, welche Krieg führen wider den Berg Zion.

9. Stutzet und staunet! verblendet euch und erblindet! Sie sind trunken, doch nicht von Wein; sie schwanken, doch nicht von starkem Getränk.

10. Denn Jehova hat einen Geist tiefen Schlafes über euch ausgegossen und hat eure Augen verschlossen; die Propheten und eure Häupter, die Seher, hat er verhüllt.

11. Und jedes Gesicht (Eig. das Gesicht von allem) ist euch geworden wie die Worte einer versiegelten Schrift, die man einem gibt, der lesen kann, indem man sagt: Lies doch dieses! er aber sagt: Ich kann nicht, denn es ist versiegelt;

12. und man gibt die Schrift einem, der nicht lesen kann, indem man sagt: Lies doch dieses! er aber sagt: Ich kann nicht lesen.

13. Und der Herr hat gesprochen: Weil dieses Volk mit seinem Munde sich naht und mit seinen Lippen mich ehrt, und sein Herz fern von mir hält, und ihre Furcht vor mir angelerntes Menschengebot ist:

14. Darum, siehe, will ich fortan wunderbar mit diesem Volke handeln, wunderbar und wundersam; und die Weisheit seiner Weisen wird zunichte werden, und der Verstand seiner Verständigen sich verbergen.

15. Wehe denen, welche ihre Pläne tief verbergen vor Jehova, und deren Werke im Finstern geschehen, und die da sprechen: Wer sieht uns, und wer kennt uns?

16. O über eure Verkehrtheit! Soll denn der Töpfer dem Tone gleichgeachtet werden? daß das Werk von seinem Meister spreche: Er hat mich nicht gemacht! und das Gebilde von seinem Bildner spreche: Er versteht es nicht!

17. Ist es nicht noch um ein gar Kleines, daß der Libanon sich in ein Fruchtgefilde verwandeln und das Fruchtgefilde dem Walde gleichgeachtet werden wird?

18. Und an jenem Tage werden die Tauben die Worte des Buches (Eig. Schriftworte, d. h. geschriebene Worte) hören, und aus Dunkel und Finsternis hervor werden die Augen der Blinden sehen.

19. Und die Sanftmütigen werden ihre Freude in Jehova mehren, und die Armen unter den Menschen werden frohlocken in dem Heiligen Israels.

20. Denn der Gewalttätige hat ein Ende, und der Spötter verschwindet; und ausgerottet werden alle, die auf Unheil bedacht sind,

21. die einen Menschen schuldig erklären um eines Wortes willen und dem Schlingen legen, welcher im Tore Recht spricht, (O. gerecht entscheidet) und um nichts den Gerechten aus seinem Recht verdrängen.

22. Darum, so spricht Jehova, der Abraham erlöst hat, zum Hause Jakob: Nunmehr wird Jakob nicht beschämt werden, und nunmehr wird sein Angesicht nicht erblassen.

23. Denn wenn er, wenn (Eig. nämlich) seine Kinder das Werk meiner Hände in seiner Mitte sehen werden, so werden sie meinen Namen heiligen; und sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und vor dem Gott Israels beben.

24. Und die verirrten Geistes sind, werden Verständnis erlangen, und Murrende werden Lehre annehmen.

1. Wehe den widerspenstigen Kindern, spricht Jehova, welche Pläne ausführen, (Eig. indem sie Pläne ausführen, od.: um Pläne auszuführen) aber nicht von mir aus, und Bündnisse schließen, aber nicht nach meinem Geiste, um Sünde auf Sünde zu häufen;

2. die hingehen, um nach Ägypten hinabzuziehen, -aber meinen Mund haben sie nicht befragt-um sich zu flüchten unter den Schutz des Pharao und Zuflucht zu suchen unter dem Schatten Ägyptens!

3. Und der Schutz des Pharao wird euch zur Schmach werden, und die Zuflucht unter dem Schatten Ägyptens zur Schande.

4. Denn seine (d. i. Judas) Fürsten waren in Zoan, und seine Gesandten langten in Hanes an.

5. Alle werden beschämt werden über ein Volk, das ihnen nichts nützt, das nicht zur Hülfe und nicht zum Nutzen, sondern zur Beschämung und auch zum Hohne wird. -

6. Ausspruch über den Behemoth (das Nilpferd, ein Sinnbild Ägyptens) des Südens: Durch ein Land der Bedrängnis und der Angst, aus welchem Löwin und Löwe, Ottern und fliegende, feurige Schlangen (S. die Anm. zu 4. Mose 21,6) kommen, tragen sie auf den Rücken der Eselsfüllen ihren Reichtum und auf den Höckern der Kamele ihre Schätze zu einem Volke, das nichts nützt.

7. Denn umsonst und vergebens wird Ägypten helfen. Darum nenne ich dieses Ägypten: Großtuer, (Eig. Übermut, Prahlerei; Hebr. Rahab) die still sitzen.

8. Geh nun hin, schreibe es vor ihnen auf eine Tafel und zeichne es in ein Buch (O. auf ein Blatt) ein; und es bleibe für die zukünftige Zeit, (Eig. für den zukünftigen Tag) auf immer (And. l.: zum Zeugnis) bis in Ewigkeit.

9. Denn es ist ein widerspenstiges Volk, betrügerische Kinder, Kinder, die das Gesetz Jehovas nicht hören wollen;

10. die zu den Sehern sprechen: Sehet nicht! und zu den Schauern: Schauet uns nicht das Richtige, saget uns Schmeicheleien, schauet uns Täuschungen!

11. weichet ab vom Wege, bieget ab vom Pfade; schaffet den Heiligen Israels vor unserem Angesicht hinweg!

12. Darum, so spricht der Heilige Israels: Weil ihr dieses Wort verwerfet und auf Bedrückung und Verdrehung (O. List; eig. Verbogenes, Gewundenes) vertrauet und euch darauf stützet,

13. darum wird euch diese Missetat wie ein sturzdrohender Riß sein, wie eine Ausbauchung an einer hochragenden Mauer, deren Einsturz in einem Augenblick, plötzlich kommt.

14. Und er wird sie (die Mauer) zerbrechen, wie man einen Töpferkrug zerbricht, der ohne Schonung zertrümmert wird, und von welchem, wenn er zertrümmert ist, nicht ein Scherben gefunden wird, um damit Feuer vom Herd zu holen oder Wasser aus einer Cisterne (O. aus einem Teiche) zu schöpfen.

15. Denn so spricht der Herr, Jehova, der Heilige Israels: Durch Umkehr und durch Ruhe würdet ihr gerettet werden; in Stillsein und in Vertrauen würde eure Stärke sein. Aber ihr habt nicht gewollt;

16.

17. Ein Tausend wird fliehen vor dem Dräuen eines einzigen; vor dem Dräuen von Fünfen werdet ihr fliehen, bis ihr übrigbleibet wie eine Stange (O. eine Pinie) auf des Berges Spitze und wie ein Panier auf dem Hügel.

18. Und darum wird Jehova verziehen, euch gnädig zu sein; und darum wird er sich hinweg erheben, bis er sich euer erbarmt; denn Jehova ist ein Gott des Gerichts. Glückselig alle, die auf ihn harren!

19. Denn ein Volk wird in Zion wohnen, in Jerusalem. Du wirst nie mehr weinen; er wird dir gewißlich Gnade erweisen auf die Stimme deines Schreiens. Sobald er hört, wird er dir antworten.

20. Und der Herr wird euch Brot der Drangsal und Wasser der Trübsal geben. Und deine Lehrer werden sich nicht mehr verbergen, sondern deine Augen werden deine Lehrer sehen;

21. und wenn ihr zur Rechten oder wenn ihr zur Linken abbieget, so werden deine Ohren ein Wort hinter dir her hören: Dies ist der Weg, wandelt darauf!

22.

23. Und er wird Regen geben zu deiner Saat, (Eig. deinen Saatregen geben, d. h. den Frühregen) womit du den Erdboden besäst, und Brot als Ertrag des Erdbodens, und es wird fett und nahrhaft sein. Deine Herden werden an jenem Tage weiden auf weiter Aue;

24. und die Ochsen und die Eselsfüllen, die das Ackerland bearbeiten, werden gesalzenes (d. h. mit Salzkräutern gesalzen) Futter fressen, welches man mit der Schaufel und mit der Gabel geworfelt hat.

25. Und auf jedem hohen Berge und auf jedem erhabenen Hügel werden Bäche, Wasserströme sein an dem Tage des großen Gemetzels, wenn Türme fallen.

26. Und das Licht des Mondes wird sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenfältig sein, wie das Licht von sieben Tagen, an dem Tage, da Jehova den Schaden seines Volkes verbinden und seiner Schläge Wunden heilen wird.

27. Siehe, der Name Jehovas kommt von fernher. Sein Zorn brennt, und der aufsteigende Rauch ist gewaltig; seine Lippen sind voll Grimmes, und seine Zunge ist wie ein verzehrendes Feuer,

28. und sein Odem wie ein überflutender Bach, der bis an den Hals reicht: um die Nationen zu schwingen mit einer Schwinge der Nichtigkeit, (d. h. mit einer Schwinge, durch welche alles, was nicht Korn ist, als Nichtigkeit erwiesen und behandelt wird) und einen irreführenden Zaum an die Kinnbacken der Völker zu legen. (O. und ein irreführender Zaum kommt an die usw.)

29. Gesang werdet ihr haben wie in der Nacht, da das Fest geweiht wird, und Freude des Herzens gleich denen, die unter Flötenspiel hinziehen, um zu kommen auf den Berg Jehovas, zum Felsen Israels.

30. Und Jehova wird hören lassen die Majestät seiner Stimme, und sehen lassen das Herabfahren seines Armes mit Zornesschnauben und einer Flamme verzehrenden Feuers-Wolkenbruch und Regenguß und Hagelsteine.

31. Denn vor der Stimme Jehovas wird Assur zerschmettert werden, (O. zusammenschrecken) wenn er mit dem Stocke schlägt.

32. Und es wird geschehen, jeder Streich der verhängten Rute, (Eig. der Rute der göttlichen Bestimmung) die Jehova auf ihn herabfahren läßt, ergeht unter Tamburin- und Lautenspiel; und mit geschwungenem Arme (Eig. mit Kämpfen der Schwingung) wird er gegen ihn kämpfen.

33. Denn vorlängst ist eine Greuelstätte (Hebr. Taphetech, ein von Tophet2. Kön. 23,10 abgeleitetes Wort) zugerichtet; auch für den König ist sie bereitet. Tief, weit hat er sie gemacht, ihr Holzstoß hat Feuer und Holz in Menge; wie ein Schwefelstrom setzt der Hauch Jehovas ihn in Brand.

1. Wehe denen, welche nach Ägypten hinabziehen um Hülfe, auf Rosse sich stützen, und die ihr Vertrauen auf Wagen setzen, weil ihrer viele, und auf Reiter, weil sie zahlreich sind; und die auf den Heiligen Israels nicht schauen und nach Jehova nicht fragen!

2. Aber auch er ist weise und führt Unglück herbei, und nimmt seine Worte nicht zurück; und er steht auf wider das Haus der Übeltäter und wider die Helferschaft derer, welche Frevel tun.

3. Und die Ägypter sind Menschen und nicht Gott, (El) und ihre Rosse sind Fleisch und nicht Geist. Und Jehova streckt seine Hand aus, und es strauchelt der Helfer, und es stürzt der, welchem geholfen wird; und sie werden zunichte alle miteinander.

4. Denn also hat Jehova zu mir gesprochen: Wie der Löwe und der junge Löwe, wider den der Hirten Menge zusammengerufen wird, über seinem Raube knurrt, vor ihrer Stimme nicht erschrickt und sich vor ihrem Lärmen nicht ergibt, also wird Jehova der Heerscharen herniedersteigen, um auf dem Berge Zion (O. gegen den Berg Zion usw., d. h. gegen die dort wohnenden Frevler) und auf seinem Hügel zu streiten.

5. Gleich schwebenden (Eig. flatternden) Vögeln, also wird Jehova der Heerscharen Jerusalem beschirmen: beschirmen und erretten, schonen (Dasselbe Wort wie: vorübergehen, 2. Mose 12,13) und befreien. -

6. Kehret um, Kinder Israel, zu dem, von welchem ihr so weit abgewichen seid!

7. Denn an jenem Tage werden sie verabscheuen, ein jeder seine Götzen von Silber und seine Götzen von Gold, die eure Hände euch gemacht haben zur Sünde.

8. Und Assyrien wird fallen durch ein Schwert, nicht eines Mannes; und ein Schwert, nicht eines Menschen, wird es verzehren. Und es wird vor dem Schwerte fliehen, und seine Jünglinge werden fronpflichtig werden.

9. Und sein Fels (d. h. wahrscheinlich der König von Assyrien) wird vor Schrecken entweichen, und seine Fürsten werden vor dem Panier verzagen, spricht Jehova, der sein Feuer in Zion und seinen Ofen in Jerusalem hat.

1. Siehe, ein König wird regieren in Gerechtigkeit; und die Fürsten, sie werden nach Recht herrschen.

2. Und ein Mann (O. vielleicht: Und jeder von ihnen) wird sein wie ein Bergungsort vor dem Winde und ein Schutz vor dem Regensturm, wie Wasserbäche in dürrer Gegend, wie der Schatten eines gewaltigen Felsens in lechzendem Lande.

3. Und die Augen der Sehenden werden nicht mehr verklebt sein, und die Ohren der Hörenden werden aufmerken;

4. und das Herz der Unbesonnenen wird Erkenntnis erlangen, (Eig. verstehen, unterscheiden) und die Zunge der Stammelnden wird fertig und deutlich reden.

5. Der gemeine Mensch wird nicht mehr edel genannt und der Arglistige (O. Tückische) nicht mehr vornehm geheißen werden.

6. Denn ein gemeiner Mensch redet Gemeinheit; und sein Herz geht mit Frevel (O. Unheil) um, um Ruchlosigkeit zu verüben und Irrtum (Eig. Irreführendes, d. h. was von Gott abirren macht) zu reden wider Jehova, um leer zu lassen die Seele des Hungrigen und dem Durstigen den Trank zu entziehen.

7. Und der Arglistige, seine Werkzeuge sind böse: er entwirft böse Anschläge, um die Sanftmütigen durch Lügenreden zu Grunde zu richten, selbst wenn der Arme sein Recht dartut. (Eig. das Recht redet)

8. Aber der Edle entwirft Edles, und auf Edlem besteht er.

9. Stehet auf, ihr sorglosen Weiber, höret meine Stimme! ihr sicheren Töchter, nehmet zu Ohren meine Rede!

10. Nach Jahr und Tag werdet ihr zittern, ihr Sicheren; denn die Weinlese ist dahin, die Obsternte kommt nicht.

11. Bebet, ihr Sorglosen; zittert, ihr Sicheren! Ziehet euch aus und entblößet euch und umgürtet mit Sacktuch die Lenden!

12. An die Brust schlägt man sich wegen der lieblichen Fluren, wegen des fruchtbaren Weinstocks.

13. Auf dem Felde (Eig. Erdboden) meines Volkes schießen Gestrüpp und Dornen auf, ja, auf allen Häusern der Wonne in der frohlockenden Stadt.

14. Denn der Palast ist aufgegeben, verlassen das Getümmel der Stadt; Ophel (der von Jotham befestigte Südhang des Tempelberges; vergl. 2. Chron. 27,3) und Wartturm dienen zu Höhlen auf ewig, zur Freude der Wildesel, zum Weideplatz der Herden-

15. bis der Geist über uns ausgegossen wird aus der Höhe, und die Wüste zum Fruchtgefilde wird, und das Fruchtgefilde dem Walde gleichgeachtet wird.

16. Und das Recht wird sich niederlassen in der Wüste, und die Gerechtigkeit auf dem Fruchtgefilde wohnen;

17. und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit ewiglich.

18. Und mein Volk wird wohnen an einer Wohnstätte des Friedens und in sicheren Wohnungen und an stillen (Zugl. sorglosen) Ruhestätten. -

19. Und es wird hageln beim Niedersturz des Waldes, und die Stadt wird in Niedrigkeit versinken. -

20. Glückselig ihr, die ihr an allen Wassern säet, frei umherschweifen lasset den Fuß der Rinder und der Esel!

1. Wehe dir, Verwüster, und du selbst wurdest nicht verwüstet; und dir, Räuber, (S. die Anm. zu Kap. 21,2) und man hat dich nicht beraubt! Sobald du das Verwüsten vollendet hast, wirst du verwüstet werden; sobald du mit dem Rauben fertig bist, (Eig. zum Ziele gekommen bist) wirst du beraubt werden. -

2. Jehova, sei uns gnädig! auf dich harren wir; sei ihr Arm jeden Morgen, ja, unsere Rettung zur Zeit der Bedrängnis! -

3. Vor dem Brausen deines (Eig. eines) Getümmels entfliehen die Völker, vor deiner Erhebung zerstreuen sich die Nationen.

4. Und weggerafft wird eure Beute, wie die Heuschrecken wegraffen; wie Heuschrecken rennen, rennt man darauf los.

5. Jehova ist hocherhaben; denn er wohnt in der Höhe, er füllt Zion mit Recht und Gerechtigkeit.

6. Und es wird Festigkeit deiner Zeiten, (d. h. Zeitverhältnisse, Geschicke; wie Ps. 31,15) Fülle von Heil, von Weisheit und Erkenntnis geben; die Furcht Jehovas wird sein (d. i. Israels) Schatz sein.

7. Siehe, ihre Helden schreien draußen, die Friedensboten weinen bitterlich.

8. Die Straßen sind verödet, der Wanderer feiert. Er hat den Bund gebrochen, die Städte verachtet, keines Menschen geachtet.

9. Es trauert, es schmachtet das Land; der Libanon steht beschämt da, er verdorrt; Saron ist einer Steppe gleich geworden, und Basan und Karmel schütteln ihr Laub ab.

10. Nun will ich aufstehen, spricht Jehova; nun will ich mich emporrichten, nun mich erheben.

11. Ihr gehet schwanger mit Heu, Stoppeln werdet ihr gebären; euer Schnauben ist ein Feuer, das euch verzehren wird.

12. Und die Völker werden zu Kalkbränden, wie abgehauene Dornen, die im Feuer verbrannt werden.

13. Höret, ihr Fernen, was ich getan, und ihr Nahen, erkennet meine Macht!

14.

15. Wer in Gerechtigkeit (Eig. in Gerechtigkeiten, d. h. in Betätigungen der Gerechtigkeit) wandelt und Aufrichtigkeit (O. Redlichkeit) redet; wer den Gewinn der Bedrückungen verschmäht; wer seine Hände schüttelt, um keine Bestechung anzunehmen; wer sein Ohr verstopft, um nicht von Bluttaten zu hören, und seine Augen verschließt, um Böses nicht zu sehen:

16. der wird auf Höhen wohnen, Felsenfesten sind seine Burg; sein Brot wird ihm dargereicht, sein Wasser versiegt nie. - (Eig. ist bestädig)

17. Deine Augen werden den König schauen in seiner Schönheit, sehen werden sie ein weithin offenes Land.

18. Dein Herz wird des Schreckens gedenken: Wo ist der Schreiber? (d. h. der Schätzer bei der Tributerhebung) wo der Wäger? (der das Gewicht der eingezahlten Geldes prüfte) wo, der die Türme zählte?

19. Du wirst das freche Volk nicht mehr sehen, das Volk von unverständlicher Sprache, (W. Lippe; wie Kap. 28,11) daß man sie nicht vernehmen, von stammelnder Zunge, die man nicht verstehen kann.

20. Schaue Zion an, die Stadt unserer Festversammlungen! Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine ruhige (Zugl.: sorglose) Wohnstätte, ein Zelt, das nicht wandern wird, dessen Pflöcke ewiglich nicht herausgezogen, und von dessen Seilen keines je losgerissen werden wird; -

21. sondern daselbst ist ein Mächtiger, (Zugl.: ein Herrlicher) Jehova, bei uns; (Eig. haben wir einen Mächtigen, Jehova) ein Ort von Flüssen, von breiten Strömen: (O. Kanälen) kein Ruderschiff kommt hinein, und durch denselben zieht kein mächtiges Schiff.

22. Denn Jehova ist unser Richter, Jehova unser Feldherr, (And. üb.: Gesetzgeber) Jehova unser König; er wird uns retten. -

23. Schlaff hängen deine Taue; sie halten nicht fest das Gestell ihres Mastes, halten das Segel nicht ausgebreitet. -Dann wird ausgeteilt des Raubes Beute in Menge, selbst Lahme plündern die Beute.

24. Und kein Einwohner wird sagen: Ich bin schwach. Dem Volke, das darin wohnt, wird die Missetat vergeben sein. -

1. Tretet herzu, ihr Nationen, um zu hören; und ihr Völkerschaften, merket auf! Es höre die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis (Eig. das Erdreich) und alles, was ihm entsproßt!

2. Denn der Zorn Jehovas ergeht wider alle Nationen, und sein Grimm (Eig. Denn Jehova hat einen Zorn… und einen Grimm; d. h. er ist im Begriff, ihn zu verwirklichen) wider all ihr Heer. Er hat sie der Vertilgung geweiht, (Eig. sie verbannt, mit dem Banne belegt) zur Schlachtung hingegeben.

3. Und ihre Erschlagenen werden hingeworfen, und der Gestank ihrer Leichname steigt auf, und die Berge zerfließen von ihrem Blute.

4. Und alles Heer der Himmel zerschmilzt; und die Himmel werden zusammengerollt wie ein Buch; und all ihr Heer fällt herab, wie das Blatt vom Weinstock abfällt und wie das Verwelkte (Eig. das Abfallende) vom Feigenbaum.

5. Denn trunken ist im Himmel mein Schwert; siehe, auf Edom fährt es herab und auf das Volk meines Bannes (d. h. welches ich mit dem Banne belegt, der Vertilgung geweiht habe; vergl. v 2) zum Gericht.

6. Das Schwert Jehovas ist voll Blut, es ist getränkt von Fett, vom Blute der Fettschafe und Böcke, vom Nierenfett der Widder; denn Jehova hat ein Schlachtopfer in Bozra und eine große Schlachtung im Lande Edom.

7. Und Büffel stürzen mit ihnen hin, und Farren samt Stieren; und ihr Land wird trunken von Blut, und ihr Staub von Fett getränkt.

8. Denn Jehova hat einen Tag der Rache, ein Jahr der Vergeltungen für die Rechtssache Zions. -

9. Und Edoms (Eig. seine) Bäche verwandeln sich in Pech, und sein Staub in Schwefel; und sein Land wird zu brennendem Peche.

10. Tag und Nacht erlischt es nicht, ewiglich steigt sein Rauch empor. Von Geschlecht zu Geschlecht liegt es verödet, für immer und ewig zieht niemand hindurch.

11. Und Pelikan und Igel nehmen es in Besitz, und Eule und Rabe wohnen darin. Und er zieht darüber die Meßschnur der Öde und das Senkblei der Leere.

12. Seine Edlen-keine sind da, welche das Königtum ausrufen; und alle seine Fürsten sind zu nichts geworden.

13. Und in seinen Palästen schießen Dornen auf, Nesseln und Disteln in seinen Burgen; und es wird zur Wohnstätte der Schakale, zur Wohnung der Strauße. (O. zum grasigen Platze für Strauße)

14. Und Wüstentiere treffen mit wilden Hunden zusammen, und Böcke (S. die Anm. zu Kap. 13,21) begegnen einander; (O. rufen einander zu) ja, dort rastet die Lilith (eine Nachtgottheit) und findet einen Ruheplatz für sich.

15. Dorthin nistet die Pfeilschlange und legt Eier (Eig. und gebiert und legt) und brütet sie aus in ihrem Schatten; ja, daselbst versammeln sich die Geier, einer zum anderen. -

16. Forschet nach im Buche Jehovas und leset! Es fehlt nicht eines von diesen, keines vermißt das andere. Denn mein Mund, er hat es geboten; und sein Geist, (O. sein Hauch) er hat sie zusammengebracht;

17. und er selbst hat ihnen das Los geworfen, und seine Hand hat es (das Land Edom) ihnen zugeteilt mit der Meßschnur. Ewiglich werden sie es besitzen, von Geschlecht zu Geschlecht darin wohnen.

1. Die Wüste und das dürre Land werden sich freuen, und die Steppe wird frohlocken und aufblühen wie eine Narzisse.

2. Sie wird in voller Blüte stehen und frohlocken, ja, frohlockend und jubelnd; die Herrlichkeit des Libanon ist ihr gegeben, die Pracht des Karmel und Sarons: sehen werden sie die Herrlichkeit Jehovas, die Pracht unseres Gottes.

3. Stärket die schlaffen Hände und befestiget die wankenden Kniee!

4. Saget zu denen, welche zaghaften Herzens sind: Seid stark, fürchtet euch nicht! siehe, euer Gott kommt, Rache kommt, die Vergeltung Gottes! er selbst kommt und wird euch retten.

5. Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden;

6. dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und aufjauchzen wird die Zunge des Stummen. Denn es brechen Wasser hervor in der Wüste, und Bäche in der Steppe;

7. und die Kimmung (die trügerische Wasserspiegelung der Wüste) wird zum Teiche, und das dürre Land zu Wasserquellen; an der Wohnstätte der Schakale, wo sie lagern, (Im hebr. Texte steht: der Schakale, ihrem (der Schakalin) Lagerplatze) wird Gras nebst Rohr und Binse (Eig. Papyrusschilf) sein.

8. Und daselbst wird eine Straße (S. die Anm. zu Kap. 19,23) sein und ein Weg, und er wird der heilige Weg genannt werden; kein Unreiner wird darüber hinziehen, sondern er wird für sie (And. l.: für sein Volk) sein. Wer auf dem Wege wandelt-selbst Einfältige werden nicht irregehen.

9. Daselbst wird kein Löwe sein, und kein reißendes Tier wird ihn ersteigen noch daselbst gefunden werden; und die Erlösten werden darauf wandeln.

10. Und die Befreiten (Eig. die Losgekauften) Jehovas werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jubel, und ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; sie werden Wonne und Freude erlangen, und Kummer und Seufzen werden entfliehen.

Significados: Samaria, Judas, Rute, Israel, Edom.

Você está lendo Isaías na edição ELB-1871, Elberfelder, em Alemão.
Este lívro compôe o Antigo Testamento, tem 66 capítulos, e 1290 versículos.