Salmos

1. Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rate der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen;

2. sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und in seinem Gesetze forscht Tag und Nacht.

3. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er macht, gerät wohl.

4. Nicht so die Gottlosen; sondern sie sind wie Spreu, die der Wind zerstreut.

5. Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten;

6. denn der HERR kennt den Weg der Gerechten; aber der Gottlosen Weg führt ins Verderben.

1. Warum toben die Heiden und reden die Völker vergeblich?

2. Die Könige der Erde stehen zusammen, und die Fürsten verabreden sich wider den HERRN und wider seinen Gesalbten:

3. «Wir wollen ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!»

4. Der im Himmel thront, lacht, der HERR spottet ihrer.

5. Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie schrecken mit seinem Grimm:

6. «Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berge!»

7. Ich will erzählen vom Ratschluß des HERRN; er hat zu mir gesagt: «Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt

8. Heische von mir, so will ich dir die Nationen zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum.

9. Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeißen!»

10. So nehmet nun Verstand an, ihr Könige, und lasset euch warnen, ihr Richter der Erde!

11. Dienet dem HERRN mit Furcht und frohlocket mit Zittern.

12. Küsset den Sohn, daß er nicht zürne und ihr nicht umkommet auf dem Wege; denn wie leicht kann sein Zorn entbrennen! Wohl allen, die sich bergen bei ihm!

1. Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohne Absalom floh. (H3-2) Ach, HERR, wie zahlreich sind meine Feinde! Viele stehen wider mich auf;

2. (H3-3) viele sagen von meiner Seele: «Sie hat keine Hilfe bei Gott.» (Pause.)

3. (H3-4) Aber du, HERR, bist ein Schild um mich, meine Ehre und der mein Haupt emporhebt.

4. (H3-5) Ich rufe mit meiner Stimme zum HERRN, und er erhört mich von seinem heiligen Berge. (Pause.)

5. (H3-6) Ich habe mich niedergelegt, bin eingeschlafen und wieder erwacht; denn der HERR stützte mich.

6. (H3-7) Ich fürchte mich nicht vor Zehntausenden von Kriegsvolk, welche sich ringsum wider mich gelagert haben.

7. (H3-8) Stehe auf, o HERR, hilf mir, mein Gott! Denn du hast alle meine Feinde auf den Kinnbacken geschlagen, zerbrochen die Zähne der Gottlosen.

8. (H3-9) Der Sieg ist des HERRN. Dein Segen sei über deinem Volk! (Pause.)

1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Ein Psalm Davids. (H4-2) Antworte mir auf mein Schreien, mein gerechter Gott! In der Bedrängnis hast du mir Raum gemacht! Sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!

2. (H4-3) Ihr Männer, wie lange wird meine Ehre zur Schmach? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lügen so gern! (Pause.)

3. (H4-4) Erkennet doch, daß der HERR seinen Getreuen ausgezeichnet hat! Der HERR wird hören, wenn ich zu ihm rufe.

4. (H4-5) Erzittert und sündiget nicht! (Redet in eurem Herzen auf eurem Lager und seid stille)! (Pause.)

5. (H4-6) Bringet Opfer der Gerechtigkeit und vertrauet auf den HERRN!

6. (H4-7) Viele sagen: Wer wird uns Gutes sehen lassen? O HERR, erhebe über uns das Licht deines Angesichts!

7. (H4-8) Du hast mir Freude in mein Herz gegeben, mehr denn sie haben, wenn ihres Kornes und ihres Mostes viel geworden ist.

8. (H4-9) Ich werde mich ganz in Frieden niederlegen und schlafen; denn du, HERR, lässest mich, auch wenn ich allein bin, sicher wohnen.

1. Dem Vorsänger. Mit Flötenspiel. Ein Psalm Davids. (H5-2) Vernimm, o HERR, mein Reden, merke auf mein Seufzen!

2. (H5-3) Achte auf die Stimme meines Schreiens, mein König und mein Gott; denn zu dir will ich beten!

3. (H5-4) HERR, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich dir zu Befehl sein und ausschauen;

4. (H5-5) denn du bist nicht ein Gott, dem lockeres Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht bei dir.

5. (H5-6) Die Prahler bestehen vor deinen Augen nicht; du hassest alle Übeltäter.

6. (H5-7) Du bringst die Lügner um; den Blutgierigen und Falschen verabscheut der HERR.

7. (H5-8) Ich aber darf durch deine große Gnade in dein Haus eingehen; ich will anbeten, zu deinem heiligen Tempel gewendet, in deiner Furcht.

8. (H5-9) HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen, ebne deinen Weg vor mir her!

9. (H5-10) Denn in ihrem Munde ist nichts Zuverlässiges; ihr Herz ist ein Abgrund, ihr Rachen ein offenes Grab, glatte Zungen haben sie.

10. (H5-11) Sprich sie schuldig, o Gott, laß sie fallen ob ihren Ratschlägen, verstoße sie um ihrer vielen Übertretungen willen; denn sie haben sich empört wider dich.

11. (H5-12) Aber laß sich freuen alle, die auf dich vertrauen, ewiglich laß sie jubeln und beschirme sie; und fröhlich sollen sein in dir, die deinen Namen lieben!

12. (H5-13) Denn du, HERR, segnest den Gerechten; du umgibst ihn mit Gnade wie mit einem Schilde.

1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel; auf der achtsaitigen Harfe. Ein Psalm Davids. (H6-2) HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn, züchtige mich nicht in deinem Grimm!

2. (H6-3) Sei mir gnädig, o HERR, denn ich verschmachte; heile mich, o HERR, denn meine Gebeine sind erschrocken,

3. (H6-4) und meine Seele ist sehr erschrocken; und du, HERR, wie lange?

4. (H6-5) Kehre wieder, HERR, rette meine Seele; hilf mir um deiner Gnade willen!

5. (H6-6) Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; wer wird dir im Totenreiche lobsingen?

6. (H6-7) Ich bin müde vom Seufzen; ich schwemme mein Bett die ganze Nacht, benetze mein Lager mit meinen Tränen.

7. (H6-8) Mein Auge ist vertrocknet vor Kummer, gealtert ob all meinen Feinden.

8. (H6-9) Weichet von mir, ihr Übeltäter alle; denn der HERR hat die Stimme meines Weinens gehört!

9. (H6-10) Der HERR hat mein Flehen gehört, der HERR nimmt mein Gebet an!

10. (H6-11) Alle meine Feinde müssen zuschanden werden und sehr erschrecken; sie sollen plötzlich mit Schanden umkehren.

1. Ein Klagelied Davids, das er dem HERRN sang wegen der Sache Kuschs, des Benjaminiters. (H7-2) HERR, mein Gott, bei dir suche ich Zuflucht; hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich!

2. (H7-3) Daß er nicht wie ein Löwe meine Seele erraffe und sie zerreiße, weil kein Erretter da ist.

3. (H7-4) O HERR, habe ich solches getan, ist Unrecht an meinen Händen,

4. (H7-5) habe ich meinem Wohltäter mit Bösem vergolten und nicht vielmehr den errettet, der mich nun ohne Ursache bedrängt,

5. (H7-6) so verfolge der Feind meine Seele und ergreife sie und trete mein Leben zu Boden und lege meine Ehre in den Staub! (Pause.)

6. (H7-7) Stehe auf, o HERR, in deinem Zorn, erhebe dich gegen den Übermut meiner Feinde; wache auf für mich zum Gericht, das du verheißen hast!

7. (H7-8) Die Versammlung der Völker umgebe dich, und über ihr kehre zur Höhe zurück!

8. (H7-9) Der HERR wird die Völker richten; fälle du, o HERR, das Urteil über mich nach meiner Gerechtigkeit und nach meiner Unschuld!

9. (H7-10) Laß doch der Gottlosen Bosheit ein Ende nehmen und stärke den Gerechten, denn du prüfst die Herzen und Nieren, gerechter Gott!

10. (H7-11) Mein Schild ist bei Gott, der aufrichtigen Herzen hilft.

11. (H7-12) Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der täglich zürnt.

12. (H7-13) Wenn man nicht umkehrt, so wetzt er sein Schwert, hält seinen Bogen gespannt und zielt

13. (H7-14) und richtet auf jenen tödliche Geschosse; seine Pfeile steckt er in Brand!

14. (H7-15) Siehe, da hat einer Böses im Sinn; er brütet Unheil aus, wird aber Trug gebären!

15. (H7-16) Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt und ist in die Grube gefallen, die er gemacht.

16. (H7-17) Das Unheil, das er angerichtet hat, kehrt auf sein eigenes Haupt zurück, und die Untat, die er begangen, fällt auf seinen Scheitel.

17. (H7-18) Ich will dem HERRN danken für seine Gerechtigkeit; und dem Namen des HERRN, des Höchsten, will ich singen.

1. Dem Vorsänger. Auf der Gittit. Ein Psalm Davids. (H8-2) HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, daß dein Lob bis zum Himmel reicht!

2. (H8-3) Aus dem Munde von Kindern und Säuglingen hast du eine Macht zugerichtet, um deiner Feinde willen, um den Feind und den Rachgierigen zum Schweigen zu bringen.

3. (H8-4) Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du gemacht hast:

4. (H8-5) Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, daß du auf ihn achtest?

5. (H8-6) Du hast ihn ein wenig Gottes entbehren lassen; aber mit Ehre und Schmuck hast du ihn gekrönt;

6. (H8-7) Du lässest ihn herrschen über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gelegt:

7. (H8-8) Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Tiere;

8. (H8-9) die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, was die Pfade der Meere durchzieht.

9. (H8-10) HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!

1. Dem Vorsänger. Auf Muth-Labben. Ein Psalm Davids. (H9-2) Ich will den HERRN von ganzem Herzen loben, ich will alle deine Wunder erzählen.

2. (H9-3) Ich will mich freuen und in dir frohlocken, ich will deinen Namen besingen, du Höchster,

3. (H9-4) darob, daß meine Feinde zurückweichen, daß sie fallen und umkommen vor deinem Angesicht.

4. (H9-5) Denn du hast mein Recht und meine Sache geführt, du sitzest als ein gerechter Richter auf dem Thron!

5. (H9-6) Du hast die Heiden gescholten, den Gottlosen umgebracht, ihren Namen ausgetilgt auf immer und ewig.

6. (H9-7) Der Feind! er ist völlig und auf immer zertrümmert, und die Städte hast du zerstört, ihr Andenken ist dahin.

7. (H9-8) Aber der HERR bleibt ewig, er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht.

8. (H9-9) Und er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und den Völkern das Urteil sprechen, wie es billig ist.

9. (H9-10) Und der HERR wird eine Zuflucht sein dem Unterdrückten, eine Zuflucht jederzeit in der Not.

10. (H9-11) Darum vertrauen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du hast nicht verlassen, die dich, HERR, suchten!

11. (H9-12) Singet dem HERRN, der zu Zion wohnt, verkündiget unter den Völkern seine Taten!

12. (H9-13) Denn er forscht nach den Blutschulden und denkt daran; er vergißt des Schreiens der Elenden nicht.

13. (H9-14) HERR, sei mir gnädig, siehe, wie ich unterdrückt werde von denen, die mich hassen; erhebe du mich aus den Pforten des Todes,

14. (H9-15) auf daß ich all deinen Ruhm erzähle in den Toren der Tochter Zion, daß ich jauchze ob deinem Heil!

15. (H9-16) Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie gemacht; ihr Fuß hat sich gefangen in dem Netz, das sie heimlich gestellt.

16. (H9-17) Der HERR hat sich kundgegeben, hat Gericht gehalten; der Gottlose ist in dem Werk seiner Hände verstrickt! (Harfenspiel Pause.)

17. (H9-18) Die Gottlosen müssen ins Totenreich kehren, alle Nationen, die Gottes vergessen.

18. (H9-19) Denn des Armen wird nicht für immer vergessen, die Hoffnung der Unterdrückten wird nicht stets vergeblich sein.

19. (H9-20) Stehe auf, o HERR, daß der Sterbliche nicht zu mächtig wird, daß die Heiden gerichtet werden vor deinem Angesicht!

20. (H9-21) O HERR, jage ihnen Schrecken ein, daß die Heiden erkennen, daß sie sterblich sind! (Pause.)

1. HERR, warum trittst du so ferne, verbirgst dich in Zeiten der Not?

2. Vom Übermut des Gottlosen wird dem Elenden bang; möchten doch von den Ränken diejenigen betroffen werden, welche sie ausgeheckt haben!

3. Denn der Gottlose rühmt sich der Gelüste seines Herzens, und der Habsüchtige verwünscht, verlästert den HERRN.

4. Der Gottlose in seinem Hochmut fragt nicht nach Gott ; alle seine Pläne sind ohne Gott.

5. Seine Unternehmungen gelingen immer; deine Gerichte sind fern von ihm; er schnaubt alle seine Feinde an.

6. Er spricht in seinem Herzen: «Ich werde niemals wanken; das geht stets so fort, daß mich kein Unglück trifft!»

7. Sein Mund ist voll Fluchens, Trug und Trotz; unter seiner Zunge ist Jammer und Not.

8. Er liegt auf der Lauer hinter der Mauer, im Verborgenen den Unschuldigen zu ermorden; seine Augen spähen den Wehrlosen aus.

9. Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im dichten Gebüsch; er lauert, daß er den Schwachen fange; er fängt den Schwachen und schleppt ihn fort in seinem Netz.

10. Er duckt sich, kauert nieder, und durch seine starken Pranken fallen die Wehrlosen.

11. Er spricht in seinem Herzen: «Gott hat es vergessen, er hat sein Angesicht verborgen, er sieht es nie!»

12. HERR, stehe auf! Erhebe, o Gott, deine Hand! Vergiß der Elenden nicht!

13. Warum soll der Frevler Gott lästern und in seinem Herzen sprechen, du fragst nicht darnach?

14. Du hast es wohl gesehen! Denn du gibst auf Beleidigung und Kränkung acht, um es in deine Hand zu nehmen; der Wehrlose überläßt es dir, der du der Waisen Helfer bist!

15. Zerbrich den Arm des Gottlosen! Und wenn du nach der Schuld des Bösewichts forschest, solltest du sie nicht herausfinden?

16. Der HERR ist König immer und ewig; die Heiden sind verschwunden aus seinem Land!

17. Das Verlangen der Elenden hast du, o HERR, gehört; du achtest auf ihr Herz, leihst ihnen dein Ohr,

18. daß du der Waise und dem Unterdrückten Recht schaffest, daß kein Mensch von der Erde fortan Schrecken verbreite.

1. Dem Vorsänger. Von David. Beim HERRN habe ich Zuflucht gefunden! Wie sagt ihr denn zu meiner Seele: «Fliehe wie ein Vogel auf eure Berge»?

2. Denn siehe, die Gottlosen spannen ihren Bogen und haben ihre Pfeile auf die Sehne gelegt, um im Verborgenen auf die zu schießen, welche aufrichtigen Herzens sind.

3. Wenn die Grundfesten eingerissen werden, was hat der Gerechte getan?

4. Der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Des HERRN Thron ist im Himmel; seine Augen spähen, seine Wimpern prüfen die Menschenkinder.

5. Der HERR prüft den Gerechten und den Gottlosen, und den, der Frevel liebt, haßt seine Seele.

6. Er läßt regnen über die Gottlosen; Schlingen, Feuer, Schwefel und Glutwind teilt er ihnen zu.

7. Denn gerecht ist der HERR, er liebt Gerechtigkeit; die Redlichen werden sein Antlitz schauen.

1. Dem Vorsänger. Auf der achtsaitigen Harfe. Ein Psalm Davids. (H12-2) Hilf, HERR; denn die Frommen sind dahin, die Treuen sind verschwunden unter den Menschenkindern!

2. (H12-3) Falsch reden sie einer mit dem andern; sie geben glatte Worte, mit doppeltem Herzen reden sie.

3. (H12-4) Der HERR wolle ausrotten alle glatten Lippen, die Zunge, welche großtuerisch redet;

4. (H12-5) die da sagen: «Wir wollen mit unsern Zungen herrschen, unsere Lippen stehen uns bei! Wer wird uns meistern?»

5. (H12-6) Weil denn die Elenden unterdrückt werden und die Armen seufzen, so will ich mich nun aufmachen, spricht der HERR; ich will ins Heil versetzen den, der sich darnach sehnt.

6. (H12-7) Die Reden des HERRN sind reine Reden, in irdenem Tigel geläutertes Silber, siebenmal bewährt.

7. (H12-8) Du, HERR, wollest sie bewahren, sie behüten vor diesem Geschlecht ewiglich!

8. (H12-9) Es laufen überall Gottlose herum, wenn die Niederträchtigkeit sich der Menschenkinder bemächtigt.

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (H13-2) Wie lange, o HERR, willst du mich ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Angesicht vor mir?

2. (H13-3) Wie lange soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen tragen Tag für Tag? Wie lange soll mein Feind sich über mich erheben?

3. (H13-4) Schau her und erhöre mich, o HERR, mein Gott; erleuchte meine Augen, daß ich nicht in den Todesschlaf versinke,

4. (H13-5) daß mein Feind nicht sagen kann, er habe mich überwältigt, und meine Widersacher nicht frohlocken, weil ich wanke.

5. (H13-6) Ich aber habe mein Vertrauen auf deine Gnade gesetzt. Mein Herz soll frohlocken in deinem Heil;

6. (H13-6b) ich will dem HERRN singen, daß er mir wohlgetan!

1. Dem Vorsänger. Von David. Der Tor spricht in seinem Herzen: «Es ist kein Gott!» Sie begehen verderbliche und greuliche Handlungen; keiner ist, der Gutes tut.

2. Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, daß er sehe, ob jemand so verständig sei und nach Gott frage;

3. aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; keiner ist, der Gutes tut, auch nicht einer!

4. Werden nicht alle Übeltäter erfahren, die mein Volk fressen, als äßen sie Brot, aber den HERRN nicht anrufen;

5. werden sie es nicht dann mit Schrecken erfahren, daß Gott beim Geschlecht der Gerechten ist?

6. Wollt ihr den Rat des Elenden zuschanden machen, da doch der HERR seine Zuflucht ist?

7. Ach, daß das Heil Israels aus Zion käme! Wenn der HERR das Gefängnis seines Volkes wendet, so wird Jakob frohlocken und Israel sich freuen!

1. Ein Psalm Davids. HERR, wer wird wohnen in deiner Hütte? Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge?

2. Wer in Unschuld wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet von Herzen;

3. wer keine Verleumdungen herumträgt auf seiner Zunge, seinem Nächsten nichts Böses tut und seinen Nachbar nicht schmäht;

4. wer den Verwerflichen verachtet, aber die ehrt, welche den HERRN fürchten; wer, auch wenn er sich selbst zum Schaden geschworen hat, es dennoch hält;

5. wer sein Geld nicht um Wucherzinsen gibt und keine Bestechung annimmt gegen den Unschuldigen. Wer solches tut, wird ewiglich nicht wanken!

1. Eine Denkschrift von David. Bewahre mich, o Gott; denn ich traue auf dich!

2. Ich spreche zum HERRN: Du bist mein Herr; kein Gut geht mir über dich!

3. Die Heiligen, die im Lande sind, sie sind die Edlen, an denen ich all mein Wohlgefallen habe.

4. Jene aber mehren ihre Götzenbilder und eilen einem andern nach; an ihren blutigen Spenden will ich mich nicht beteiligen, noch ihre Namen auf meine Lippen nehmen.

5. Der HERR ist mein Erb und Becherteil; du sicherst mir mein Los!

6. Die Meßschnur ist mir in einer lieblichen Gegend gefallen, ja, es ward mir ein glänzendes Erbe zuteil.

7. Ich lobe den HERRN, der mir geraten hat; auch des Nachts mahnen mich meine Nieren.

8. Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; weil er mir zur Rechten ist, wanke ich nicht.

9. Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt; auch mein Fleisch wird sicher ruhen;

10. denn du wirst meine Seele nicht dem Totenreich überlassen und wirst nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.

11. Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!

1. Ein Gebet Davids. Höre, o HERR, die gerechte Sache, vernimm meine Klage, merke auf mein Gebet, das nicht von falschen Lippen kommt!

2. Von dir gehe das Urteil über mich aus; deine Augen werden auf die Redlichkeit schauen!

3. Du hast mein Herz geprüft, mich des Nachts besucht, du hast mich durchforscht, nichts gefunden, daß ich mich mit meinen Gedanken oder mit meinem Munde vergangen hätte.

4. In der Behandlung der Menschen habe ich nach dem Wort deiner Lippen mich gehütet vor den Wegen des Tyrannen.

5. Senke meine Tritte ein in deine Fußstapfen, daß mein Gang nicht wankend sei!

6. Ich rufe zu dir; denn du, Gott, wirst mich erhören; neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede!

7. Erzeige deine wunderbare Gnade, du Retter derer, die vor den Widersachern Zuflucht suchen bei deiner Rechten!

8. Behüte mich wie den Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel

9. vor den Gottlosen, die mich verderben, vor meinen Todfeinden, die mich umringen!

10. Ihr fettes Herz verschließen sie; mit ihrem Munde reden sie übermütig.

11. Wo wir gehen, umringen sie uns! Ihre Augen haben sie fest auf die Erde gerichtet.

12. Sie gleichen dem Löwen, der zu zerreißen begehrt, und dem jungen Leu, der in der Höhle lauert.

13. Stehe auf, o HERR, komm ihm zuvor, demütige ihn, errette meine Seele von dem Gottlosen durch dein Schwert,

14. von den Leuten durch deine Hand, o HERR, von den Leuten dieser Welt, deren Teil im Leben ist, und deren Bauch du füllst mit deinem Schatze; sie haben Söhne genug und lassen ihr Übriges ihren Kindern.

15. Ich aber werde schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, an deinem Anblick mich sättigen, wenn ich erwache.

1. Für den Vorsänger. Von dem Knecht des HERRN, von David, welcher dem HERRN die Worte dieses Liedes sang, an dem Tage, da der HERR ihn aus der Hand aller seiner Feinde errettet hatte, auch aus der Hand Sauls. Er sprach: (H18-2) Ich will dich von Herzen lieben, HERR, meine Stärke!

2. (H18-3) Der HERR ist meine Felsenkluft, meine Burg und meine Zuflucht; mein Gott ist ein Fels, darin ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils, meine Festung.

3. (H18-4) Den HERRN, den Hochgelobten, rief ich an und wurde von meinen Feinden errettet!

4. (H18-5) Todeswehen umfingen mich, Bäche Belials schreckten mich;

5. (H18-6) Stricke der Unterwelt umschlangen mich, es kamen mir Todesschlingen entgegen.

6. (H18-7) Da mir angst ward, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott; er hörte in seinem Tempel meine Stimme, mein Schreien vor ihm drang zu seinen Ohren.

7. (H18-8) Die Erde bebte und erzitterte, die Grundfesten der Berge wurden erschüttert und bebten, weil er zornig war.

8. (H18-9) Rauch stieg auf von seiner Nase und verzehrendes Feuer aus seinem Munde, Feuerglut brannte daraus hervor.

9. (H18-10) Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen;

10. (H18-11) er fuhr auf dem Cherub und flog daher, er schwebte auf den Fittichen des Windes.

11. (H18-12) Er machte Finsternis zu seinem Gezelt, dunkle Wasser, dichte Wolken zur Hütte um sich her.

12. (H18-13) Aus dem Glanze vor ihm gingen seine Wolken über von Hagel und Feuerglut;

13. (H18-14) und der HERR donnerte im Himmel, der Höchste ließ seine Stimme erschallen, Hagel und Feuerglut.

14. (H18-15) Und er schoß seine Pfeile und zerstreute sie, schleuderte Blitze und schreckte sie.

15. (H18-16) Da sah man Wasserbäche, und die Gründe des Erdbodens wurden aufgedeckt von deinem Schelten, o HERR, von dem Schnauben deines grimmigen Zorns!

16. (H18-17) Er streckte seine Hand aus von der Höhe und ergriff mich, er zog mich aus großen Wassern;

17. (H18-18) er rettete mich von meinem mächtigen Feind und von meinen Hassern; denn sie waren mir zu stark;

18. (H18-19) sie hatten mich überfallen zur Zeit meines Unglücks; aber der HERR ward mir zur Stütze

19. (H18-20) und führte mich heraus in die Weite, er befreite mich; denn er hatte Wohlgefallen an mir.

20. (H18-21) Der HERR vergalt mir nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände lohnte er mir;

21. (H18-22) denn ich habe die Wege des HERRN bewahrt und bin nicht abgefallen von meinem Gott,

22. (H18-23) sondern alle seine Verordnungen hatte ich vor Augen und stieß seine Satzungen nicht von mir,

23. (H18-24) und ich hielt es ganz mit ihm und hütete mich vor meiner Sünde.

24. (H18-25) Darum vergalt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.

25. (H18-26) Gegen den Gütigen erzeigst du dich gütig, gegen den Rechtschaffenen rechtschaffen,

26. (H18-27) gegen den Reinen erzeigst du dich rein, aber den Hinterlistigen überlistest du!

27. (H18-28) Denn du rettest das elende Volk und erniedrigst die hohen Augen.

28. (H18-29) Ja, du zündest meine Leuchte an; der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht;

29. (H18-30) denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschmeißen und mit meinem Gott über die Mauer springen.

30. (H18-31) Dieser Gott! Sein Weg ist vollkommen, die Rede des HERRN ist geläutert; er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

31. (H18-32) Denn wer ist Gott außer dem HERRN, und wer ist ein Fels außer unserm Gott?

32. (H18-33) Der Gott, der mich mit Kraft umgürtete und meinen Weg unsträflich machte;

33. (H18-34) er machte meine Füße den Hirschen gleich und stellte mich auf meine Höhen;

34. (H18-35) er lehrte meine Hände streiten und meine Arme den ehernen Bogen spannen;

35. (H18-36) du gabst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stützte mich, und deine Herablassung machte mich groß;

36. (H18-37) du machtest mir Raum zum Gehen, daß meine Knöchel nicht wankten.

37. (H18-38) Ich jagte meinen Feinden nach und holte sie ein und kehrte nicht um, bis sie aufgerieben waren;

38. (H18-39) ich zerschmetterte sie, daß sie nicht mehr aufstehen konnten; sie fielen unter meine Füße.

39. (H18-40) Du hast mich gegürtet mit Kraft zum Streit, du hast unter mich gebeugt, die sich wider mich setzten.

40. (H18-41) Du wandtest mir den Rücken meiner Feinde zu, und meine Hasser habe ich vertilgt.

41. (H18-42) Sie schrieen, aber da war kein Retter; zum HERRN, aber er antwortete ihnen nicht.

42. (H18-43) Und ich zerrieb sie zu Staub vor dem Winde, warf sie wie Kot hinaus.

43. (H18-44) Du rettetest mich aus den Zänkereien des Volkes und setztest mich zum Haupt der Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir;

44. (H18-45) sobald sie hören, folgen sie mir, die Kinder der Fremde schmeicheln mir;

45. (H18-46) die Kinder der Fremde verzagen und kommen zitternd aus ihren Schlössern.

46. (H18-47) Es lebe der HERR, und gepriesen sei mein Fels, und erhoben werde der Gott meines Heils!

47. (H18-48) Der Gott, der mir Rache verlieh und die Völker unter mich zwang;

48. (H18-49) der mich meinen Feinden entrinnen ließ und mich trotz meiner Widersacher erhöhte, mich errettete von dem gewalttätigen Mann!

49. (H18-50) Darum will ich dich, o HERR, loben unter den Nationen und deinem Namen singen,

50. (H18-51) der seinem Könige große Siege verliehen hat und seinem Gesalbten Gnade erweist, David und seinem Samen bis in Ewigkeit.

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (H19-2) Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.

2. (H19-3) Ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht tut es der andern kund,

3. (H19-4) ohne Sprache und ohne Worte, und ihre Stimme wird nicht gehört.

4. (H19-5) Ihre Stimme geht aus ins ganze Land und ihre Rede bis ans Ende der Welt. Dort hat er der Sonne ein Zelt gemacht.

5. (H19-6) Und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich, wie ein Held zu laufen die Bahn.

6. (H19-7) Sie geht an einem Ende des Himmels auf und läuft um bis ans andere Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.

7. (H19-8) Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig und macht die Einfältigen weise.

8. (H19-9) Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz, das Gebot des HERRN ist lauter und erleuchtet die Augen;

9. (H19-10) die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewig, die Verordnungen des HERRN sind wahrhaft, allesamt gerecht.

10. (H19-11) Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim.

11. (H19-12) Auch dein Knecht wird durch sie erleuchtet, und wer sie beobachtet, dem wird reicher Lohn.

12. (H19-13) Verfehlungen! Wer erkennt sie? Sprich mich los von den verborgenen!

13. (H19-14) Auch vor den Übermütigen bewahre deinen Knecht, daß sie nicht über mich herrschen; dann werde ich unschuldig sein und frei bleiben von großer Missetat!

14. (H19-15) Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser!

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (H20-2) Der HERR antworte dir am Tage der Not, der Name des Gottes Jakobs schütze dich!

2. (H20-3) Er sende dir Hilfe vom Heiligtum und stärke dich aus Zion;

3. (H20-4) er gedenke aller deiner Speisopfer, und dein Brandopfer achte er für fett. (Pause.)

4. (H20-5) Er gebe dir, was dein Herz begehrt, und erfülle alle deine Ratschläge!

5. (H20-6) Wir wollen jauchzen ob deinem Heil und im Namen unsres Gottes die Fahne entfalten! Der HERR erfülle alle deine Bitten!

6. (H20-7) Nun habe ich erfahren, daß der HERR seinem Gesalbten hilft, daß er ihm antwortet von seinem himmlischen Heiligtum mit den hilfreichen Taten seiner Rechten.

7. (H20-8) Jene rühmen sich der Wagen und diese der Rosse; wir aber des Namens des HERRN, unsres Gottes.

8. (H20-9) Sie sind niedergesunken und gefallen; wir aber erhoben uns und blieben stehen.

9. (H20-10) O HERR, hilf dem König! Antworte uns am Tage, da wir rufen!

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (H21-2) O HERR, es freut sich der König in deiner Kraft, und wie frohlockt er so sehr ob deinem Heil!

2. (H21-3) Du hast ihm gegeben, was sein Herz wünschte, und ihm nicht verweigert, was seine Lippen begehrten. (Pause.)

3. (H21-4) Denn du begegnetest ihm mit köstlichen Segnungen, du setztest eine goldene Krone auf sein Haupt.

4. (H21-5) Er bat dich um Leben, da gabst du es ihm, Verlängerung der Tage immer und ewiglich.

5. (H21-6) Er hat große Ehre durch dein Heil; du legst Hoheit und Pracht auf ihn;

6. (H21-7) denn du setzest ihn zum Segen für immer, erquickst ihn mit Freude durch dein Angesicht.

7. (H21-8) Denn der König vertraut auf den HERRN, und durch die Gnade des Höchsten wird er nicht wanken.

8. (H21-9) Deine Hand wird alle deine Feinde finden, deine Rechte wird finden deine Hasser.

9. (H21-10) Du wirst sie machen wie einen feurigen Ofen zur Zeit deines Erscheinens, der HERR wird sie in seinem Zorn verschlingen, das Feuer wird sie fressen.

10. (H21-11) Ihre Frucht wirst du vom Erdboden vertilgen und ihren Samen unter den Menschenkindern.

11. (H21-12) Denn sie hegen Arges wider dich, sie schmieden Pläne, die sie nicht ausführen können.

12. (H21-13) Denn du machst, daß sie den Rücken zeigen; mit deiner Bogensehne zielst du gegen ihr Angesicht.

13. (H21-14) Erhebe dich, HERR, in deiner Kraft, so wollen wir singen und preisen deine Stärke!

1. Dem Vorsänger. Auf «Hindin der Morgenröte». Ein Psalm Davids. (H22-2) Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Du bist weit entfernt davon, mir zu helfen, zu hören auf die Worte meiner Klage!

2. (H22-3) Mein Gott, ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht, und auch des Nachts habe ich keine Ruhe.

3. (H22-4) Aber du, der Heilige, bleibst Israels Lobgesang!

4. (H22-5) Auf dich haben unsre Väter vertraut, sie vertrauten auf dich, und du errettetest sie.

5. (H22-6) Zu dir riefen sie und entkamen, auf dich vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.

6. (H22-7) Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk.

7. (H22-8) Alle, die mich sehen, spotten meiner; sie sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:

8. (H22-9) «Er klage es dem HERRN, der möge ihn befreien; der soll ihn retten, er gefällt ihm ja!»

9. (H22-10) Ja, du warst meine Stütze von Mutterleib an, meine Zuversicht schon an meiner Mutter Brust.

10. (H22-11) Auf dich war ich geworfen von Mutterschoß an, vom Leibe meiner Mutter her bist du mein Gott gewesen.

11. (H22-12) Sei nicht fern von mir! Denn Not ist nahe, und kein Retter ist da.

12. (H22-13) Es umringen mich große Stiere, mächtige Ochsen von Basan umzingeln mich;

13. (H22-14) sie sperren ihr Maul gegen mich auf, wie ein reißender und brüllender Löwe.

14. (H22-15) Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, und alle meine Glieder sind ausgerenkt. Mein Herz ist geworden wie Wachs, zerschmolzen in meinem Innern.

15. (H22-16) Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub.

16. (H22-17) Denn Hunde umringen mich, eine Rotte von Übeltätern schließt mich ein; sie haben meine Hände und Füße durchgraben.

17. (H22-18) Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie schauen her und sehen mich schadenfroh an.

18. (H22-19) Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand!

19. (H22-20) Du aber, o HERR, sei nicht fern; o meine Stärke, eile mir zu Hilfe!

20. (H22-21) Errette meine Seele von dem Schwert, mich Einsamen von der Gewalt der Hunde!

21. (H22-22) Errette mich aus dem Rachen des Löwen! Ja, von den Hörnern der Büffel hast du mich erhört!

22. (H22-23) So will ich deinen Ruhm erzählen meinen Brüdern, inmitten der Gemeinde will ich dich preisen!

23. (H22-24) Die ihr den HERRN fürchtet, lobet ihn! Ihr alle vom Samen Jakobs, ehret ihn; und scheue dich vor ihm, du ganzer Same Israels!

24. (H22-25) Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend des Armen und hat sein Angesicht nicht vor ihm verborgen, und da er zu ihm schrie, erhörte er ihn.

25. (H22-26) Von dir handle mein Loblied in der großen Gemeinde; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten!

26. (H22-27) Die Elenden sollen essen und satt werden; die den HERRN suchen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben!

27. (H22-28) Es werden daran gedenken und sich zum HERRN bekehren alle Enden der Erde, und vor dir werden anbeten alle Geschlechter der Heiden.

28. (H22-29) Denn das Königreich gehört dem HERRN, und er ist Herrscher über die Nationen.

29. (H22-30) Es werden essen und anbeten alle Großen der Erde; vor ihm werden ihre Knie beugen alle, die in den Staub hinabfahren, und wer seine Seele nicht lebendig erhalten kann.

30. (H22-31) Ein Same wird ihm dienen, wird dem HERRN als Geschlecht zugezählt werden.

31. (H22-32) Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, daß er es vollbracht hat.

1. Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.

2. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern.

3. Er erquickt meine Seele, er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

4. Und ob ich schon wanderte im finstern Todestal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab, die trösten mich!

5. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über.

6. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

1. Ein Psalm Davids. Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdboden und die darauf wohnen;

2. denn er hat ihn über Meeren gegründet und über Strömen befestigt.

3. Wer wird auf den Berg des HERRN steigen? Und wer wird stehen an seiner heiligen Stätte?

4. Wer unschuldige Hände hat und reines Herzens ist, wer seine Seele nicht auf Trug richtet und nicht falsch schwört.

5. Dem wird Segen zugesprochen von dem HERRN und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils.

6. Dies ist das Geschlecht derer, die nach ihm fragen, die dein Angesicht suchen, du Gott Jakobs! (Pause.)

7. Hebet eure Häupter empor, ihr Tore, und erweitert euch, ihr ewigen Pforten, daß der König der Ehren einziehe!

8. Wer ist dieser König der Ehren? Es ist der HERR, der Starke und Mächtige, der HERR, der Held im Streit!

9. Hebet eure Häupter empor, ihr Tore, ja, erhebet euch, ihr ewigen Pforten, daß der König der Ehren einziehe!

10. Wer ist denn dieser König der Ehren? Es ist der HERR der Heerscharen; er ist der König der Ehren! (Pause.)

1. Von David. Zu dir, o HERR, erhebe ich meine Seele;

2. mein Gott, ich traue auf dich; laß mich nicht zuschanden werden, daß meine Feinde nicht frohlocken über mich.

3. Gar keiner wird zuschanden, der deiner harrt; zuschanden werden, die ohne Ursache treulos handeln!

4. HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Pfade;

5. leite mich durch deine Wahrheit und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heils; auf dich harre ich allezeit.

6. Gedenke, o HERR, deiner Barmherzigkeit und deiner Gnade, die von Ewigkeit her sind!

7. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen; gedenke aber mein nach deiner Gnade, um deiner Güte willen, o HERR.

8. Der HERR ist gut und gerecht, darum weist er die Sünder auf den Weg;

9. er leitet die Elenden auf den rechten Pfad und lehrt die Elenden seinen Weg.

10. Alle Pfade des HERRN sind Gnade und Wahrheit denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren.

11. Um deines Namens willen, o HERR, vergib meine Schuld; denn sie ist groß!

12. Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet? Er lehrt ihn den Weg, den er erwählen soll.

13. Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same wird das Land besitzen.

14. Freundschaft hält der HERR mit denen, die ihn fürchten, und seinen Bund tut er ihnen kund.

15. Meine Augen sind stets auf den HERRN gerichtet, daß er meinen Fuß aus dem Netze ziehe.

16. Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend!

17. Erleichtere die Angst meines Herzens und führe mich heraus aus meinen Nöten!

18. Siehe an mein Elend und meine Plage und vergib mir alle meine Sünden!

19. Siehe an meine Feinde, denn ihrer sind viele, und sie hassen mich grimmig.

20. Bewahre meine Seele und rette mich; laß mich nicht zuschanden werden; denn ich traue auf dich!

21. Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten; denn ich harre deiner.

22. O Gott, erlöse Israel aus allen seinen Nöten!

1. Von David. Richte du mich, o HERR; denn ich bin in meiner Unschuld gewandelt und habe mein Vertrauen auf den HERRN gesetzt; ich werde nicht wanken.

2. Prüfe mich, HERR, und erprobe mich; läutere meine Nieren und mein Herz!

3. Denn deine Gnade war mir vor Augen, und ich wandelte in deiner Wahrheit.

4. Ich blieb nie bei falschen Leuten und gehe nicht zu Hinterlistigen.

5. Ich hasse die Versammlung der Boshaften und sitze nicht bei den Gottlosen.

6. Ich wasche meine Hände in Unschuld und halte mich, HERR, zu deinem Altar,

7. um Lobgesang erschallen zu lassen und alle deine Wunder zu erzählen.

8. HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Herrlichkeit wohnt!

9. Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern, noch mein Leben mit den Blutgierigen,

10. an deren Händen Laster klebt und deren Rechte voll Bestechung ist.

11. Ich aber wandle in meiner Unschuld; erlöse mich und sei mir gnädig!

12. Mein Fuß steht auf ebenem Boden; ich will den HERRN loben in den Versammlungen.

1. Von David. Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?

2. Wenn Übeltäter mir nahen, mein Fleisch zu fressen, meine Widersacher und Feinde, so müssen sie straucheln und fallen.

3. Wenn sich schon ein Heer wider mich legt, so fürchtet sich mein Herz dennoch nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so bleibe ich auch dabei getrost.

4. Eins bitte ich vom HERRN, das hätte ich gern, daß ich bleiben dürfe im Hause des HERRN mein Leben lang, zu schauen die Lieblichkeit des HERRN und seinen Tempel zu betrachten.

5. Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er verbirgt mich im Schirm seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen.

6. Nun ragt mein Haupt hoch über meine Feinde, die um mich her sind, und ich will in seinem Zelte Jubelopfer bringen, ich will singen und spielen dem HERRN.

7. O HERR, höre meine Stimme; sei mir gnädig und antworte mir, wenn ich rufe!

8. Von dir sagt mein Herz, daß du sprichst : «Suchet mein Angesicht!» Dein Angesicht, o HERR, will ich suchen.

9. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, weise deinen Knecht nicht ab in deinem Zorn; meine Hilfe bist du geworden; verwirf mich nicht und verlaß mich nicht, Gott meines Heils!

10. Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der HERR nimmt mich auf.

11. Zeige mir, HERR, deinen Weg und leite mich auf richtiger Bahn um meiner Feinde willen.

12. Gib mich nicht in den Willen meiner Feinde; denn falsche Zeugen sind wider mich aufgestanden und stoßen Drohungen aus.

13. Dennoch glaube ich zuversichtlich, daß ich die Güte des HERRN sehen werde im Lande der Lebendigen.

14. Harre des HERRN, sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!

1. Von David. Zu dir, HERR, mein Fels, rufe ich; schweige mir nicht, auf daß nicht, wo du mir schweigst, ich denen gleich werde, die in die Grube hinabfahren!

2. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir rufe, wenn ich meine Hände aufhebe zum Sprachort deines Heiligtums.

3. Laß mich nicht weggerafft werden mit den Gottlosen und mit den Übeltätern, die mit ihren Nächsten friedlich reden und doch Böses im Sinne haben!

4. Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Schlechtigkeit ihrer Handlungen; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände, vergilt ihnen, wie sie es verdient haben.

5. Denn sie achten nicht auf das Tun des HERRN, noch auf das Werk seiner Hände; er wolle sie zerstören und nicht bauen!

6. Gelobt sei der HERR, denn er hat die Stimme meines Flehens erhört!

7. Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut und mir wurde geholfen. Darum frohlockt mein Herz, und mit meinem Liede will ich ihm danken.

8. Der HERR ist seines Volkes Kraft und die rettende Zuflucht seines Gesalbten.

9. Rette dein Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie bis in Ewigkeit!

1. Ein Psalm Davids. Gebt dem HERRN, ihr Gottessöhne, gebt dem HERRN Ehre und Macht!

2. Gebt dem HERRN seines Namens Ehre, betet den HERRN an in heiligem Schmuck!

3. Die Stimme des HERRN schallt über den Wassern, der Gott der Ehren donnert, der HERR über großen Wassern.

4. Die Stimme des HERRN ist stark, die Stimme des HERRN ist herrlich.

5. Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon

6. und macht sie hüpfen wie ein Kälbchen, den Libanon und den Sirjon wie einen jungen Büffel.

7. Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen,

8. die Stimme des HERRN erschüttert die Wüste, der HERR erschüttert die Wüste Kadesch.

9. Die Stimme des HERRN macht Hindinnen gebären und entblättert Wälder, und in seinem Tempel ruft ihm jedermann Ehre zu.

10. Der HERR regierte zur Zeit der Sündflut, und der HERR herrscht als König in Ewigkeit.

11. Der HERR wird seinem Volke Kraft verleihen, der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden!

1. Ein Psalm; ein Lied zur Einweihung des Hauses. Von David. (H30-2) Ich will dich erheben, o HERR, denn du hast mich herausgezogen, daß meine Feinde sich nicht freuen durften über mich.

2. (H30-3) HERR, mein Gott, zu dir schrie ich, und du heiltest mich.

3. (H30-4) HERR, du hast meine Seele aus dem Totenreich heraufgebracht; du hast mich am Leben erhalten, daß ich nicht zur Grube hinabfuhr.

4. (H30-5) Singet dem HERRN, ihr seine Frommen, und preiset zum Gedächtnis seiner Heiligkeit!

5. (H30-6) Denn sein Zorn währt einen Augenblick, seine Gnade aber lebenslang; am Abend kehrt das Weinen ein und am Morgen der Jubel!

6. (H30-7) Und ich sprach, da es mir wohl ging: «Ich werde nimmermehr wanken!»

7. (H30-8) Denn du, HERR, hattest durch deine Huld meinen Berg fest hingestellt; als du aber dein Angesicht verbargst, ward ich bestürzt.

8. (H30-9) Zu dir, HERR, rief ich; zu meinem HERRN flehte ich um Gnade:

9. (H30-10) «Wozu ist mein Blut gut, wenn ich in die Grube fahre? Wird dir der Staub danken und deine Treue verkündigen?

10. (H30-11) Höre, HERR, und sei mir gnädig; HERR, sei du meine Hilfe!»

11. (H30-12) Du hast mir meine Klage in einen Reigen verwandelt, du hast mein Trauergewand gelöst und mich mit Freude umgürtet;

12. (H30-13) auf daß man dir zu Ehren singe und nicht schweige; o HERR, mein Gott, ich will dich ewiglich preisen!

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (H31-2) Bei dir, o HERR, habe ich Zuflucht gefunden; laß mich nimmermehr zuschanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit!

2. (H31-3) Neige dein Ohr zu mir, rette mich eilends; sei mir ein starker Fels, eine feste Burg zu meinem Heil!

3. (H31-4) Denn du bist meine Felsenkluft und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich führen und leiten.

4. (H31-5) Laß mich dem Netz entgehen, das sie mir gestellt haben; denn du bist meine Stärke.

5. (H31-6) In deine Hand befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott!

6. (H31-7) Ich hasse die, welche sich an eitle Götzen halten, und ich vertraue auf den HERRN.

7. (H31-8) Ich frohlocke und freue mich an deiner Gnade, daß du mein Elend angesehen und auf die Not meiner Seele geachtet hast;

8. (H31-9) und du hast mich nicht in die Hand des Feindes ausgeliefert, sondern meine Füße auf weiten Raum gestellt.

9. (H31-10) Sei mir gnädig, o HERR, denn mir ist angst; zerfallen ist vor Gram mein Auge, meine Seele und mein Leib;

10. (H31-11) denn meine Lebenstage sind in Kummer dahingeschwunden und meine Jahre mit Seufzen; meine Kraft ist gebrochen durch meine Schuld, und meine Gebeine sind verdorrt.

11. (H31-12) Ob allen meinen Feinden bin ich ein Schimpf geworden, meinen Nachbarn allermeist, und ein Schrecken meinen Bekannten; die mich auf der Gasse sehen, fliehen vor mir.

12. (H31-13) Ich bin in Vergessenheit geraten, aus dem Sinn gekommen wie ein Toter; ich bin wie ein unbrauchbares Gefäß.

13. (H31-14) Denn ich habe die Lästerung vieler gehört, (Schrecken ringsum!) da sie miteinander wider mich ratschlagten, darauf sannen, mir das Leben zu nehmen.

14. (H31-15) Aber ich vertraue auf dich, o HERR; ich habe gesagt: Du bist mein Gott!

15. (H31-16) In deiner Hand sind meine Zeiten; rette mich aus der Hand meiner Feinde und von meinen Verfolgern!

16. (H31-17) Laß dein Angesicht leuchten über deinen Knecht; rette mich durch deine Gnade!

17. (H31-18) HERR, laß mich nicht zuschanden werden, denn ich rufe dich an; zuschanden mögen die Gottlosen werden, verstummen im Totenreich!

18. (H31-19) Die Lügenmäuler sollen verstopft werden, die da frech reden wider den Gerechten, mit Stolz und Verachtung!

19. (H31-20) Wie groß ist deine Güte, welche du denen bewahrst, die dich fürchten, und die du an denen erzeigst, die auf dich hoffen, angesichts der Menschenkinder.

20. (H31-21) Du verbirgst sie im Schirme deines Angesichts vor ganzen Rotten von Männern, du schützest sie in deiner Hütte vor zänkischen Zungen.

21. (H31-22) Gelobt sei der HERR; denn er hat mir seine Gnade wunderbar bewiesen in einer festen Stadt!

22. (H31-23) Ich aber hatte in meiner Bestürzung gesagt: «Ich bin von deinen Augen verstoßen!» Dennoch hast du die Stimme meines Flehens gehört, als ich zu dir schrie.

23. (H31-24) Liebet den HERRN, alle seine Frommen! Der HERR bewahrt die Treuen und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.

24. (H31-25) Seid getrost und unverzagt, alle, die ihr des HERRN harrt!

1. Eine Unterweisung. Von David. Wohl dem, dessen Missetat vergeben, dessen Sünde bedeckt ist!

2. Wohl dem Menschen, dem der HERR keine Schuld anrechnet und in dessen Geist keine Falschheit ist!

3. Als ich es verschweigen wollte, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen.

4. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. (Pause.)

5. Da bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht; ich sprach: «Ich will dem HERRN meine Übertretung bekennen!» Da vergabst du mir meine Sündenschuld! (Pause.)

6. Darum möge jeder Fromme dich bitten zur Zeit, da es zu erlangen ist; denn bei großer Wasserflut gelangt man nicht mehr dazu.

7. Du bist mein Schirm, du wollest mich vor Gefahr behüten, mit Rettungsjubel mich umgeben! (Pause.)

8. Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich beraten, mein Auge auf dich richtend .

9. Seid nicht wie Rosse und Maultiere, ohne Verstand, welchen man Zaum und Gebiß anlegen muß, da sie sonst nicht zu dir nahen!

10. Der Gottlose hat viele Plagen; wer aber dem HERRN vertraut, den wird die Güte umfangen.

11. Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jubelt alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid!

1. Jauchzet dem HERRN, ihr Gerechten! Den Redlichen ziemt Lobgesang.

2. Preiset den HERRN mit der Harfe, spielet ihm auf dem zehnsaitigen Psalter;

3. singet ihm ein neues Lied, spielet gut, mit Posaunenschall!

4. Denn das Wort des HERRN ist richtig, und all sein Werk ist Treue.

5. Er liebt Gerechtigkeit und Gericht; die Erde ist voll der Gnade des HERRN.

6. Die Himmel sind durch das Wort des HERRN gemacht und ihr ganzes Heer durch den Geist seines Mundes.

7. Er türmt die Meereswellen auf und sammelt Wasservorräte an.

8. Alle Welt fürchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt.

9. Denn er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da!

10. Der HERR vereitelt den Rat der Heiden, er verhindert die Anschläge der Völker.

11. Der Rat des HERRN besteht ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für.

12. Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er sich zum Erbe erwählt hat!

13. Vom Himmel schaut der HERR herab, er betrachtet alle Menschenkinder;

14. von seinem festen Thron sieht er alle, die auf Erden wohnen;

15. er, der ihrer aller Herz gebildet hat, bemerkt auch alle ihre Werke.

16. Einem König ist nicht geholfen mit viel Heeresmacht, ein Held wird nicht errettet durch große Kraft;

17. das Roß ist unzuverlässig zur Rettung, und trotz seiner großen Stärke kann man nicht entrinnen.

18. Siehe, der HERR hat ein Auge auf die, so ihn fürchten, die auf seine Gnade hoffen,

19. daß er ihre Seele vom Tode errette und sie in der Teuerung am Leben erhalte.

20. Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist unsre Hilfe und unser Schild.

21. Ja, an ihm soll unser Herz sich freuen; denn auf seinen heiligen Namen haben wir unser Vertrauen gesetzt.

22. Deine Gnade, o HERR, sei über uns, wie wir es von dir erhoffen!

1. Von David. Als er seine Gebärde verstellte vor Abimelech und dieser ihn von sich trieb und er hinwegging. (H34-2) Ich will den HERRN allezeit preisen, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

2. (H34-3) Meine Seele rühme sich des HERRN; die Elenden sollen es hören und sich freuen.

3. (H34-4) Preiset mit mir den HERRN, und lasset uns miteinander seinen Namen erhöhen!

4. (H34-5) Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.

5. (H34-6) Die auf ihn blicken, werden strahlen, und ihr Angesicht wird nicht erröten.

6. (H34-7) Da dieser Elende rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten.

7. (H34-8) Der Engel des HERRN lagert sich um die her, so ihn fürchten, und errettet sie.

8. (H34-9) Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist; wohl dem, der auf ihn traut!

9. (H34-10) Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

10. (H34-11) Junge Löwen leiden Not und Hunger; aber die den HERRN suchen, müssen nichts Gutes entbehren.

11. (H34-12) Kommt her, ihr Kinder, hört mir zu; ich will euch die Furcht des HERRN lehren!

12. (H34-13) Wer hat Lust zum Leben und möchte gern gute Tage sehen?

13. (H34-14) Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, daß sie nicht trügen;

14. (H34-15) weiche vom Bösen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach!

15. (H34-16) Die Augen des HERRN achten auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien;

16. (H34-17) das Antlitz des HERRN steht wider die, so Böses tun, daß er ihr Gedächtnis von der Erde vertilge.

17. (H34-18) Als jene schrieen, hörte der HERR und rettete sie aus aller ihrer Not.

18. (H34-19) Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, deren Geist zerschlagen ist.

19. (H34-20) Der Gerechte muß viel leiden; aber der HERR rettet ihn aus dem allem.

20. (H34-21) Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, daß nicht eines derselben zerbrochen wird.

21. (H34-22) Den Gottlosen wird die Bosheit töten, und die den Gerechten hassen, müssen es büßen.

22. (H34-23) Der HERR erlöst die Seele seiner Knechte, und alle, die auf ihn vertrauen, werden es nicht zu büßen haben.

1. Von David. HERR, hadere mit meinen Haderern, streite mit denen, die wider mich streiten!

2. Ergreife Schild und Tartsche und erhebe dich, mir zu helfen!

3. Zücke den Speer und tritt meinen Verfolgern entgegen; sprich zu meiner Seele: Dein Heil bin ich!

4. Es müssen beschämt und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten, es sollen zurückweichen und schamrot werden, die mein Unglück wollen.

5. Sie müssen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des HERRN vertreibe sie!

6. Ihr Weg sei finster und glatt, und der Engel des HERRN verfolge sie!

7. Denn sie haben mir ohne Ursache ihr Netz gestellt, ohne allen Grund meiner Seele eine Grube gegraben.

8. Möge ihn unversehens Unglück überfallen und das Netz, das er gestellt hat, ihn selber fangen, so daß er ins Verderben hineinfällt.

9. Aber meine Seele soll sich freuen am HERRN und sich ergötzen an seinem Heil!

10. Alle meine Gebeine sollen sagen: HERR, wer ist dir gleich, der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und die Elenden und Armen von dem, der ihn beraubt?

11. Es treten freche Zeugen auf, die mich über Dinge zur Rede stellen, wovon ich nichts weiß.

12. Sie vergelten Gutes mit Bösem, bringen Vereinsamung über mich!

13. Ich aber bekleidete mich, als sie krank waren, mit einem Sack; ich beugte meine Seele mit Fasten und betete gesenkten Hauptes für sie;

14. ich benahm mich, als wäre es mein Freund, mein Bruder, und ging trauernd gebeugt einher, wie einer, der um seine Mutter leidträgt.

15. Dennoch freuen sie sich über meinen Fall und rotten sich zusammen; Lästermäuler sammeln sich wider mich, ich weiß nicht warum; sie lästern und schweigen nicht.

16. Mit gottlosen Schmarotzern fletschen sie die Zähne über mich.

17. O Herr, wie lange willst du zusehen? Befreie meine Seele von ihrem Gebrüll, meine einsame von den Löwen!

18. Ich will dir danken in der großen Gemeinde, unter zahlreichem Volk will ich dich rühmen.

19. Es sollen sich nicht über mich freuen, die mir unter falschem Vorwand feind sind; meine Hasser sollen vergeblich mit den Augen zwinkern;

20. denn sie reden nicht zum Frieden, sondern ersinnen Verleumdungen gegen die Stillen im Lande.

21. Sie sperren ihr Maul weit über mich auf und rufen: «Ha, ha, unser Auge hat's gesehen!»

22. Du hast es auch gesehen, o HERR; schweige nicht! Mein Herr, sei nicht ferne von mir!

23. Wache auf und wehre dich für mein Recht, mein Gott, für meine Sache, o mein Herr!

24. Richte mich nach deiner Gerechtigkeit, HERR, mein Gott, daß sie sich nicht freuen dürfen über mich,

25. daß sie nicht sagen können in ihren Herzen: «Ei, es geht ja ganz nach Wunsch; wir haben ihn vertilgt!»

26. Es müssen sich schämen und erröten alle, die sich meines Unglücks freuen; in Scham und Schande müssen sich kleiden, die wider mich großtun.

27. Aber jauchzen und fröhlich sein sollen alle, die meine Rechtfertigung wünschen; sie sollen immerdar sagen: Der HERR sei hochgelobt, der das Heil seines Knechtes will!

28. Und meine Zunge soll dichten von deiner Gerechtigkeit, allezeit von deinem Ruhm!

1. Dem Vorsänger. Von David, dem Knecht des HERRN. (H36-2) Ein Urteil über die Sünde des Gottlosen kommt aus der Tiefe meines Herzens: Die Gottesfurcht gilt nichts vor seinen Augen!

2. (H36-3) Sondern er hat sich das gewählt zu seinem Teil, daß er seinem Laster frönen, daß er hassen kann.

3. (H36-4) Die Worte seines Mundes sind Lug und Trug; er hat aufgehört, verständig und gut zu sein.

4. (H36-5) Auf seinem Lager brütet er Bosheit aus, er stellt sich auf keinen guten Weg und scheut kein Arges.

5. (H36-6) HERR, deine Gnade reicht bis zum Himmel, deine Treue bis zu den Wolken!

6. (H36-7) Deine Gerechtigkeit ist wie die Berge Gottes, deine Gerichte sind wie die große Flut; du, HERR, hilfst Menschen und Tieren.

7. (H36-8) Wie köstlich ist deine Gnade, o Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht finden!

8. (H36-9) Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, mit dem Strom deiner Wonne tränkst du sie;

9. (H36-10) denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Lichte schauen wir Licht!

10. (H36-11) Erweise deine Gnade auch weiterhin denen, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit denen, die aufrichtigen Herzens sind!

11. (H36-12) Der Fuß der Stolzen erreiche mich nicht, und die Hand der Gottlosen vertreibe mich nicht!

12. (H36-13) Dort sind die Übeltäter gefallen; sie wurden niedergestoßen und vermochten nicht mehr aufzustehn.

1. Von David. Erzürne dich nicht über die Bösen, und sei nicht neidisch auf die Übeltäter!

2. Denn sie werden schnell verdorren wie das Gras und verwelken wie das grüne Kraut.

3. Vertraue auf den HERRN und tue Gutes, wohne im Lande und übe Treue;

4. und habe deine Lust an dem HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt!

5. Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln

6. und wird deine Gerechtigkeit an den Tag bringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.

7. Halte still dem HERRN und warte auf ihn; erzürne dich nicht über den, welchem sein Weg gelingt, über den Mann, der Ränke übt!

8. Stehe ab vom Zorn und laß den Grimm; erzürne dich nicht! Es entsteht nur Böses daraus.

9. Denn die Übeltäter werden ausgerottet; die aber auf den HERRN warten, werden das Land ererben.

10. Nur noch ein Weilchen, so wird der Gottlose nicht mehr sein, und wenn du dich nach seiner Wohnung erkundigst, so ist er nicht mehr da!

11. Aber die Sanftmütigen werden das Land ererben und sich großen Friedens erfreuen.

12. Der Gottlose macht Anschläge wider den Gerechten und knirscht mit den Zähnen über ihn;

13. aber mein Herr lacht seiner; denn er hat dafür gesorgt, daß sein Tag kommt!

14. Die Gottlosen haben das Schwert gezückt und ihren Bogen gespannt, um den Elenden und Armen zu fällen und die umzubringen, deren Weg richtig ist.

15. Ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihr Bogen wird zerbrochen werden!

16. Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluß vieler Gottlosen.

17. Denn die Arme der Gottlosen werden zerbrochen; aber die Gerechten unterstützt der HERR.

18. Der HERR kennt die Tage der Frommen, und ihr Erbe wird ewiglich bestehen.

19. Sie sollen nicht zuschanden werden zur bösen Zeit, sondern genug haben auch in den Tagen der Hungersnot;

20. aber die Gottlosen werden umkommen und die Feinde des HERRN dahinschwinden wie die Pracht der Auen; wie Rauch verschwinden sie.

21. Der Gottlose borgt und zahlt nicht zurück; der Gerechte aber ist barmherzig und gibt.

22. Denn die vom HERRN Gesegneten werden das Land ererben, aber seine Verfluchten sollen ausgerottet werden.

23. Vom HERRN werden die Schritte des Mannes bestätigt, wenn ihm sein Weg gefällt.

24. Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HERR stützt seine Hand.

25. Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe nie den Gerechten verlassen gesehen, oder seinen Samen um Brot betteln.

26. Er ist allezeit barmherzig und leiht gern, und sein Same wird zum Segen.

27. Weiche vom Bösen und tue Gutes, so wirst du ewiglich bleiben!

28. Denn der HERR hat das Recht lieb und verläßt seine Frommen nicht; sie werden ewiglich bewahrt, aber der Same der Gottlosen wird ausgerottet.

29. Die Gerechten werden das Land ererben und für immer darin wohnen.

30. Des Gerechten Mund tut Weisheit kund, und seine Zunge redet recht.

31. Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen, und seine Schritte wanken nicht.

32. Der Gottlose lauert auf den Gerechten und sucht ihn zu töten.

33. Aber der HERR wird ihn nicht seiner Hand überlassen und läßt ihn nicht verdammen, wenn er gerichtet wird.

34. Harre des HERRN und bewahre seinen Weg, so wird er dich erhöhen, daß du das Land ererbest und die Ausrottung der Gottlosen sehest!

35. Ich sah einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus wie ein grünender, wilder Baum.

36. Aber als man wieder vorbeiging, da war er nicht mehr; ich suchte ihn, aber man fand ihn nicht.

37. Achte auf den Unschuldigen und siehe auf den Redlichen; dem Mann des Friedens wird eine Zukunft zuteil!

38. Aber die Übertreter werden allesamt vertilgt, und der Nachwuchs der Gottlosen wird ausgerottet.

39. Aber das Heil der Gerechten kommt vom HERRN; er ist ihre Zuflucht zur Zeit der Not.

40. Der HERR wird ihnen beistehen und sie erretten, er wird sie erretten von den Gottlosen und ihnen Heil verschaffen; denn sie bergen sich bei ihm.

1. Ein Psalm Davids. Zum Gedächtnis. (H38-2) HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn, züchtige mich nicht in deinem Grimm;

2. (H38-3) denn deine Pfeile haben mich getroffen, und deine Hand liegt schwer auf mir.

3. (H38-4) Es ist nichts Unversehrtes an meinem Fleisch vor deinem Zorn, kein Friede in meinen Gebeinen wegen meiner Sünde.

4. (H38-5) Denn meine Schulden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.

5. (H38-6) Meine Wunden stinken und eitern von meiner Torheit.

6. (H38-7) Ich bin tief gebeugt und niedergedrückt; ich gehe traurig einher den ganzen Tag;

7. (H38-8) denn meine Lenden sind ganz entzündet, und es ist nichts Gesundes an meinem Fleisch.

8. (H38-9) Ich bin ganz kraftlos und zermalmt; ich heule vor Unruhe meines Herzens.

9. (H38-10) O Herr, mein ganzes Verlangen sei dir vorgelegt, und mein Seufzen sei dir nicht verborgen!

10. (H38-11) Mein Herz pocht heftig, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir.

11. (H38-12) Meine Lieben und Freunde treten beiseite wegen meiner Plage, und meine Nächsten stehen von ferne;

12. (H38-13) die aber, welche mir nach dem Leben trachten, legen mir Schlingen, und die mein Unglück suchen, besprechen meinen Untergang und ersinnen Lügen den ganzen Tag.

13. (H38-14) Ich aber bin wie ein Tauber und höre nichts, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.

14. (H38-15) Und ich bin wie einer, der nichts hört, und in dessen Mund kein Widerspruch ist.

15. (H38-16) Denn auf dich, HERR, hoffe ich; du wirst antworten, Herr, mein Gott!

16. (H38-17) Denn wenn ich redete, wie würden sie sich über mich freuen! Wenn mein Fuß ins Wanken geriete, wie würden sie frohlocken über mich!

17. (H38-18) Denn ich bin nahe daran zu fallen, und mein Schmerz ist immerdar vor mir.

18. (H38-19) Denn ich bekenne meine Schuld und bin bekümmert wegen meiner Sünde.

19. (H38-20) Aber die mich grundlos befeinden, sind mächtig, und derer, die mich unter falschem Vorwand hassen, sind viele.

20. (H38-21) Die mir Gutes mit Bösem vergelten, sind mir feind, weil ich dem Guten nachjage.

21. (H38-22) Verlaß mich nicht, o HERR! Mein Gott, sei nicht fern von mir!

22. (H38-23) Eile mir zu helfen, o Herr, mein Heil!

1. Dem Vorsänger, dem Jeduthun. Ein Psalm Davids. (H39-2) Ich habe gesagt: Ich will achten auf meine Wege, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, solange der Gottlose vor mir ist.

2. (H39-3) Ich war gänzlich verstummt, schwieg auch vom Guten, aber mein Schmerz machte mich unglücklich.

3. (H39-4) Mein Herz entbrannte in mir, durch mein Nachsinnen ward ein Feuer entzündet, ich mußte reden mit meiner Zunge.

4. (H39-5) Tue mir kund, o HERR, mein Ende und welches das Maß meiner Tage sei, damit ich weiß, wie vergänglich ich bin!

5. (H39-6) Siehe, nur Handbreiten lang hast du meine Tage gemacht, und meine Lebenszeit ist wie nichts vor dir; wahrlich, jeder Mensch, wie fest er steht, ist nur ein Hauch! (Pause.)

6. (H39-7) Ja, nur ein wandelnder Schatten ist jedermann; wahrlich, sie machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.

7. (H39-8) Und nun, Herr, worauf habe ich gewartet? Meine Hoffnung steht zu dir!

8. (H39-9) Errette mich von allen meinen Übertretungen, mache mich nicht den Narren zum Gespött!

9. (H39-10) Ich schweige und tue meinen Mund nicht auf; denn du hast es getan.

10. (H39-11) Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand.

11. (H39-12) Wenn du jemand züchtigst um der Sünde willen, so lässest du gleich der Motte seine Schönheit vergehen; jeder Mensch ist nur ein Hauch! (Pause.)

12. (H39-13) HERR, höre mein Gebet und vernimm mein Schreien; schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Pilgrim wie alle meine Väter.

13. (H39-14) Blicke weg von mir, daß ich mich erheitere, ehe ich dahinfahre und nicht mehr sei!

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (H40-2) Beharrlich habe ich auf den HERRN geharrt, da neigte er sein Ohr zu mir und erhörte mein Schreien

2. (H40-3) und zog mich aus der Grube des Verderbens, aus dem schmutzigen Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, machte meine Schritte gewiß

3. (H40-4) und gab mir ein neues Lied in meinen Mund, ein Lob für unsern Gott; das werden viele sehen und den HERRN fürchten und ihm vertrauen.

4. (H40-5) Wohl dem Manne, der sein Vertrauen auf den HERRN setzt und sich nicht wendet zu denen, die aufgeblasen sind und gern täuschen.

5. (H40-6) HERR, mein Gott, groß sind die Wunder, die du getan, und die Pläne, die du für uns gemacht; dir ist nichts gleich! Ich wollte sie verkündigen und davon sagen; Aber sie sind nicht zu zählen.

6. (H40-7) Opfer und Gaben begehrst du nicht; die Ohren hast du mir aufgetan; Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt.

7. (H40-8) Da sprach ich: Siehe, ich bin gekommen, in der Buchrolle steht von mir geschrieben;

8. (H40-9) deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich, und dein Gesetz ist in meinem Herzen.

9. (H40-10) Ich habe Gerechtigkeit als Frohbotschaft verkündigt in der großen Gemeinde; siehe, ich will meine Lippen nicht verschließen, HERR, das weißt du!

10. (H40-11) Deine Gerechtigkeit verbarg ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil redete ich; ich verhehlte deine Gnade und Wahrheit der großen Gemeinde nicht.

11. (H40-12) Du, HERR, wollest dein Herz nicht vor mir verschließen; deine Gnade und Wahrheit mögen mich allezeit behüten!

12. (H40-13) Denn es haben mich umringt Übel ohne Zahl, meine Sünden haben mich ergriffen, daß ich nicht sehen kann; sie sind zahlreicher als die Haare meines Hauptes, und mein Mut hat mich verlassen.

13. (H40-14) HERR, laß dir's gefallen, mich zu retten; HERR, eile mir zu Hilfe!

14. (H40-15) Es sollen sich schämen und schamrot werden allzumal, die mir nach dem Leben trachten; es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mein Unglück suchen!

15. (H40-16) Erstaunen sollen ob ihrer eigenen Schmach, die zu mir sagten: Ha, ha!

16. (H40-17) Es sollen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; die dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Der HERR ist groß!

17. (H40-18) Bin ich auch elend und arm, für mich sorgt der Herr. Du bist meine Hilfe und mein Erretter; mein Gott, verziehe nicht!

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (H41-2) Wohl dem, der auf den Dürftigen achthat; ihn wird der HERR erretten zur bösen Zeit;

2. (H41-3) der HERR wird ihn bewahren und am Leben erhalten; es wird ihm auf Erden wohl ergehen, und du wirst ihn nicht in den Willen seiner Feinde geben.

3. (H41-4) Der HERR wird ihn auf seinem Siechbett erquicken; du machst, daß sein Zustand sich wendet, wenn er krank ist.

4. (H41-5) Ich sprach: HERR, sei mir gnädig, heile meine Seele; denn ich habe an dir gesündigt.

5. (H41-6) Meine Feinde wünschen mir Unglück: Wann wird er sterben, daß sein Name untergeht?

6. (H41-7) Und wenn einer kommt, mich zu besuchen, so redet er Lügen, sein Herz sammelt sich Bosheit; er geht hinaus und spricht davon!

7. (H41-8) Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich; sie haben mir Böses zugedacht:

8. (H41-9) «Ein Belialsspruch haftet ihm an; wer einmal liegt, steht nicht wieder auf!»

9. (H41-10) Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, hat die Ferse wider mich erhoben.

10. (H41-11) Du aber, HERR, sei mir gnädig und richte mich auf, so will ich es ihnen vergelten.

11. (H41-12) Daran erkenne ich, daß du Gefallen an mir hast, wenn mein Feind nicht über mich triumphieren darf.

12. (H41-13) Mich aber hast du in meiner Unschuld erhalten und lässest mich auf ewig vor deinem Angesicht stehen.

13. (H41-14) Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen, Amen!

Significados: Israel, Altar.

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Este lívro compôe o Antigo Testamento, tem 150 capítulos, e 2461 versículos.