Salmos

1. Dem Vorsänger. Eine Unterweisung von den Kindern Korahs. (H42-2) Wie ein Hirsch nach Wasserbächen lechzt, so lechzt meine Seele, o Gott, nach dir!

2. (H42-3) Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann darf ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht?

3. (H42-4) Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist dein Gott?

4. (H42-5) Daran will ich denken, und meine Seele in mir ausschütten, wie ich dahinzog im Gedränge, sie führte zum Gotteshaus unter lautem Lobgesang, eine feiernde Menge.

5. (H42-6) Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist!

6. (H42-7) Meine Seele ist betrübt; darum gedenke ich deiner im Lande des Jordan und der Hermonkuppen, am Berge Mizar.

7. (H42-8) Eine Flut ruft der andern beim Rauschen deiner Wassergüsse; alle deine Wellen und Wogen sind über mich gegangen.

8. (H42-9) Des Tages wolle der HERR seine Gnade verordnen, und des Nachts wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines Lebens.

9. (H42-10) Ich will sagen zu Gott, meinem Fels: Warum hast du meiner vergessen, warum muß ich traurig einhergehen, weil mein Feind mich drängt?

10. (H42-11) Wie Zermalmung meiner Gebeine ist der Hohn meiner Bedränger, da sie täglich zu mir sagen: Wo ist dein Gott?

11. (H42-12) Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist!

1. Schaffe mir Recht, o Gott, und führe meine Sache wider ein liebloses Volk, errette mich von dem falschen und bösen Mann!

2. Denn du bist der Gott, der mich schützt; warum verwirfst du mich? Warum muß ich traurig einhergehen, da mein Feind mich drängt?

3. Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berg und zu deinen Wohnungen,

4. daß ich hineingehe zum Altare Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dich preise auf der Harfe, o Gott, mein Gott!

5. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! Denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Heil und mein Gott ist.

1. Dem Vorsänger. Eine Unterweisung von den Kindern Korahs. (H44-2) O Gott, mit unsern eigenen Ohren haben wir es gehört, unsre Väter haben es uns erzählt, was du für Taten getan hast zu ihrer Zeit, in den Tagen der Vorzeit!

2. (H44-3) Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, sie aber gepflanzt; du hast Völker zerschmettert, sie aber ausgebreitet.

3. (H44-4) Denn nicht mit ihrem Schwert haben sie das Land gewonnen; und ihr Arm hat ihnen nicht geholfen, sondern deine rechte Hand und dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.

4. (H44-5) Du bist derselbe, mein König, o Gott; verordne Jakobs Heil!

5. (H44-6) Durch dich wollen wir unsre Feinde niederstoßen; in deinem Namen wollen wir unsre Widersacher zertreten.

6. (H44-7) Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen;

7. (H44-8) sondern du hast uns geholfen vor unsern Feinden und hast zuschanden gemacht, die uns hassen.

8. (H44-9) Gottes rühmen wir uns alle Tage, und deinen Namen loben wir ewig. (Pause.)

9. (H44-10) Und doch hast du uns verworfen und zuschanden werden lassen und bist nicht ausgezogen mit unsern Heerscharen.

10. (H44-11) Du ließest uns zurückweichen vor dem Feind; und die uns hassen, haben sich Beute gemacht.

11. (H44-12) Du gibst uns hin wie Schafe zum Fraße und zerstreust uns unter die Heiden.

12. (H44-13) Du verkaufst dein Volk um ein Spottgeld und verlangst nicht viel dafür!

13. (H44-14) Du setzest uns der Beschimpfung unserer Nachbarn aus, dem Hohn und Spott derer, die uns umgeben.

14. (H44-15) Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden, daß die Völker den Kopf über uns schütteln.

15. (H44-16) Alle Tage ist meine Schmach vor mir, und Scham bedeckt mein Angesicht

16. (H44-17) wegen der Stimme des Spötters und Lästerers, wegen des Feindes, des Rachgierigen.

17. (H44-18) Dieses alles ist über uns gekommen; und doch haben wir deiner nicht vergessen, noch deinen Bund gebrochen.

18. (H44-19) Unser Herz hat sich nicht zurückgewandt, noch sind unsre Schritte abgewichen von deinem Pfad,

19. (H44-20) daß du uns zermalmtest am Orte der Schakale und uns mit Todesschatten bedecktest!

20. (H44-21) Wenn wir des Namens unsres Gottes vergessen und unsre Hände zu einem fremden Gott ausgestreckt hätten,

21. (H44-22) würde Gott das nicht erforschen? Er kennt ja die Geheimnisse des Herzens.

22. (H44-23) So aber werden wir um deinetwillen alle Tage erwürgt und sind geachtet wie Schlachtschafe.

23. (H44-24) Herr, erhebe dich! Warum schläfst du? Wache auf und verstoße uns nicht für immer!

24. (H44-25) Warum verbirgst du dein Angesicht und vergissest unsres Elendes und unsrer Bedrängnis?

25. (H44-26) Denn unsre Seele ist bis zum Staub gebeugt, und unser Leib klebt am Erdboden.

26. (H44-27) Mache dich auf, uns zu helfen, und erlöse uns um deiner Gnade willen!

1. Dem Vorsänger. Nach der Singweise «Lilien». Von den Kindern Korahs. Eine Unterweisung; ein Lied der Liebe. (H45-2) Mein Herz dichtet ein feines Lied; was ich sage, ist für den König bestimmt, meine Zunge ist der Griffel eines fertigen Schreibers.

2. (H45-3) Du bist schöner als die Menschenkinder, Anmut ist über deine Lippen ausgegossen, weil Gott dich auf ewig gesegnet hat!

3. (H45-4) Gürte dein Schwert an die Seite, du Held, deine Ehre und deine Pracht!

4. (H45-5) Fahre siegreich einher für die Sache der Wahrheit, der Milde und Gerechtigkeit, und deine Rechte lehre dich wunderbare Dinge!

5. (H45-6) Deine Pfeile sind scharf, sie unterwerfen dir die Völker; sie dringen ins Herz der Feinde des Königs.

6. (H45-7) Dein Thron, o Gott, bleibt immer und ewig, das Zepter deines Reiches ist ein gerades Zepter!

7. (H45-8) Du liebst die Gerechtigkeit und hassest das gottlose Wesen, darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit dem Öl der Freuden mehr als deine Genossen.

8. (H45-9) Nach Myrrhen, Aloe und Kassia riechen deine Kleider; aus elfenbeinernen Palästen erfreut dich Saitenspiel.

9. (H45-10) Königstöchter sind unter deinen Geliebten; die Gemahlin steht zu deiner Rechten in Gold von Ophir.

10. (H45-11) Höre, Tochter, blicke her und neige dein Ohr, vergiß dein Volk und deines Vaters Haus!

11. (H45-12) Und wird der König Lust haben an deiner Schönheit (denn er ist dein Herr), so huldige ihm.

12. (H45-13) Und die Tochter von Tyrus wird mit Geschenken kommen, die Reichsten des Volkes deine Gunst suchen.

13. (H45-14) Ganz herrlich ist die Königstochter drinnen, von gewirktem Gold ist ihr Gewand.

14. (H45-15) In gestickten Kleidern wird sie dem König zugeführt; die Jungfrauen, die sie begleiten, ihre Gespielinnen, werden zu dir gebracht.

15. (H45-16) Man führt sie mit Freuden und Frohlocken, und sie gehen ein in des Königs Palast.

16. (H45-17) An deiner Väter Statt werden deine Söhne treten, du wirst sie zu Fürsten setzen im ganzen Land.

17. (H45-18) Ich will deinen Namen erwähnen für und für; darum werden dich die Völker preisen immer und ewiglich.

1. Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Auf Alamoth. Ein Lied. (H46-2) Gott ist unsre Zuversicht und Stärke; eine Hilfe, in Nöten kräftig erfunden.

2. (H46-3) Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde weicht und die Berge mitten ins Meer sinken,

3. (H46-4) wenn gleich seine Wasser wüten und toben und vor seinem Übermut die Berge zittern. (Pause.)

4. (H46-5) Ein Strom mit seinen Bächen erfreut die Stadt Gottes, die heiligen Wohnungen des Höchsten.

5. (H46-6) Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen, wenn der Morgen anbricht.

6. (H46-7) Die Völker tobten, die Königreiche wankten, als er seine Stimme hören ließ; und die Erde verging.

7. (H46-8) Mit uns aber ist der HERR der Heerscharen; der Gott Jakobs ist für uns eine feste Burg! (Pause.)

8. (H46-9) Kommt her, schauet die Werke des HERRN, der auf Erden Verheerungen angerichtet hat,

9. (H46-10) der den Kriegen ein Ende macht, der den Bogen zerbricht, den Speer zerschlägt und die Wagen mit Feuer verbrennt!

10. (H46-11) Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin; ich will erhaben sein unter den Völkern, ich will erhaben sein auf Erden.

11. (H46-12) Der HERR der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre feste Burg! (Pause.)

1. Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm. (H47-2) Klatscht in die Hände, ihr Völker alle! Jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!

2. (H47-3) Denn der HERR, der Höchste, ist zu fürchten, ein großer König über die ganze Erde.

3. (H47-4) Er wird die Völker unter uns zwingen und die Nationen unter unsre Füße.

4. (H47-5) Er wird uns unser Erbteil erwählen, den Stolz Jakobs, den er geliebt. (Pause.)

5. (H47-6) Gott ist aufgefahren mit Jauchzen, der HERR mit dem Schall der Posaune.

6. (H47-7) Lobsinget, lobsinget Gott! Lobsinget, lobsinget unserm König!

7. (H47-8) Denn Gott ist König der ganzen Erde; lobsinget andächtig!

8. (H47-9) Gott herrscht über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

9. (H47-10) Die Edlen der Völker haben sich versammelt zum Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Schilde der Erde; er ist sehr erhaben.

1. Ein Lied; ein Psalm. Von den Kindern Korahs. (H48-2) Groß ist der HERR und hoch gelobt in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge.

2. (H48-3) Schön erhebt sich der Berg Zion, die Freude des ganzen Landes; auf der Seite gegen Mitternacht ist die Stadt des großen Königs.

3. (H48-4) Gott ist in ihren Palästen bekannt als eine feste Burg.

4. (H48-5) Denn siehe, Könige haben sich verbündet und sind miteinander vorübergezogen.

5. (H48-6) Sie haben sich verwundert, als sie solches sahen; sie erschraken und flohen davon.

6. (H48-7) Zittern ergriff sie daselbst, Angst wie eine Gebärende.

7. (H48-8) Durch den Ostwind zerbrichst du Tarsisschiffe.

8. (H48-9) Wie wir's gehört, so haben wir's gesehen in der Stadt des HERRN der Heerscharen, in der Stadt unsres Gottes. Gott wird sie erhalten bis in Ewigkeit. (Pause.)

9. (H48-10) Wir gedenken, o Gott, deiner Gnade inmitten deines Tempels.

10. (H48-11) O Gott, wie dein Name, also reicht auch dein Ruhm bis an die Enden der Erde; deine Rechte ist voller Gerechtigkeit.

11. (H48-12) Der Berg Zion freut sich, die Töchter Judas frohlocken um deiner Gerichte willen.

12. (H48-13) Geht rings um Zion, umwandelt sie, zählt ihre Türme!

13. (H48-14) Beachtet ihre Bollwerke, durchgehet ihre Paläste, auf daß ihr es den Nachkommen erzählet,

14. (H48-15) daß dieser Gott unser Gott ist immer und ewig; er führt uns über den Tod hinweg!

1. Dem Vorsänger. Von den Kindern Korahs. Ein Psalm. (H49-2) Höret dies, ihr Völker alle, merket doch auf, alle Bewohner der Welt,

2. (H49-3) ihr Kinder des Volkes und Herrensöhne, alle miteinander, reich und arm!

3. (H49-4) Mein Mund soll Weisheit reden und das Dichten meines Herzens verständig sein.

4. (H49-5) Ich will einem Spruche lauschen und beim Harfenspiel mein Rätsel lösen.

5. (H49-6) Warum sollte ich mich fürchten zur bösen Zeit, wenn mich die Missetat meiner Verfolger umringt?

6. (H49-7) Sie verlassen sich auf ihr Vermögen und prahlen mit ihrem großen Reichtum.

7. (H49-8) Und doch kann kein Bruder den andern erlösen; er vermag Gott das Lösegeld nicht zu geben!

8. (H49-9) Zu teuer ist die Erlösung ihrer Seelen, so daß er auf ewig davon abstehen muß!

9. (H49-10) Oder sollte er immerdar leben und die Grube nicht sehen?

10. (H49-11) Doch, er wird sie sehen! Die Weisen müssen sterben, die Toren und Narren kommen miteinander um und müssen ihr Vermögen andern überlassen.

11. (H49-12) Das Grab ist ihr ewiges Haus, ihre Wohnung für und für, wenn sie auch nach ihren Namen Länder benannt haben.

12. (H49-13) Aber der Mensch bleibt nicht lange in seinem Glanz; er gleicht dem Vieh, das umgebracht wird.

13. (H49-14) Dieser ihr Weg ist ihre Torheit, und doch haben ihre Nachkommen Wohlgefallen an ihren Worten. (Pause.)

14. (H49-15) Herdenweise sinken sie ins Totenreich hinab, der Tod weidet sie, und die Redlichen werden am Morgen über sie herrschen. Ihre Gestalt ist zum Vergehen bestimmt, das Totenreich zu ihrer Wohnung.

15. (H49-16) Aber Gott wird meine Seele aus der Gewalt des Totenreiches erlösen; denn er wird mich annehmen! (Pause.)

16. (H49-17) Fürchte dich nicht, wenn einer reich wird, wenn die Ehre seines Hauses groß wird;

17. (H49-18) denn bei seinem Tod nimmt er das alles nicht mit, seine Ehre fährt ihm nicht nach!

18. (H49-19) Denn man preist ihn glücklich, solange er lebt (und man lobt dich, wenn es dir gut geht),

19. (H49-20) bis auch er eingehen wird zum Geschlecht seiner Väter, die in Ewigkeit das Licht nicht sehen.

20. (H49-21) Der Mensch im Glanz, doch ohne Verstand, ist gleich dem Vieh, das umgebracht wird!

1. Ein Psalm Asaphs: Der HERR, der starke Gott, hat geredet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

2. Aus Zion, der Schönheit Vollendung, bricht Gottes Glanz hervor.

3. Unser Gott kommt und schweigt nicht; verzehrendes Feuer ist vor ihm, und es stürmt gewaltig um ihn her.

4. Er ruft den Himmel droben und die Erde zum Gericht seines Volkes herbei.

5. Versammelt mir meine Frommen, die einen Bund mit mir gemacht haben über dem Opfer.

6. Da verkündigten die Himmel seine Gerechtigkeit, daß Gott selbst Richter ist. (Pause.)

7. Höre, mein Volk, so will ich reden; Israel, ich lege gegen dich Zeugnis ab: Ich, Gott, bin dein Gott.

8. Deiner Opfer halben will ich dich nicht strafen, sind doch deine Brandopfer stets vor mir.

9. Ich will keinen Farren aus deinem Hause nehmen, noch Böcke aus deinen Ställen!

10. Denn mein sind alle Tiere des Waldes, das Vieh auf den Bergen zu Tausenden.

11. Ich kenne alle Vögel auf den Bergen, und was sich auf dem Felde regt, ist mir bekannt.

12. Wenn mich hungerte, so würde ich es dir nicht sagen; denn mein ist der Erdkreis und was ihn erfüllt.

13. Soll ich Ochsenfleisch essen oder Bocksblut trinken?

14. Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde;

15. und rufe mich an am Tage der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren!

16. Aber zum Gottlosen spricht Gott: Was zählst du meine Satzungen her und nimmst meinen Bund in deinen Mund,

17. so du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?

18. Wenn du einen Dieb siehst, so befreundest du dich mit ihm und hast Gemeinschaft mit Ehebrechern;

19. deinen Mund lässest du Böses reden, und deine Zunge flicht Betrug;

20. du sitzest und redest wider deinen Bruder, deiner Mutter Sohn verleumdest du!

21. Das hast du getan, und ich habe geschwiegen; da meintest du, ich sei gleich wie du; aber ich will dich strafen und es dir vor Augen stellen!

22. Merket doch das, die ihr Gottes vergesset, daß ich nicht hinwegraffe und kein Erretter da sei!

23. Wer Dank opfert, der ehrt mich, und wer den Weg bahnt, dem zeige ich Gottes Heil!

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (H51-2) Als der Prophet Nathan zu ihm kam, weil er zu Batseba eingegangen war: (H51-3) O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit!

2. (H51-4) Wasche mich gründlich von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde;

3. (H51-5) denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist immerdar vor mir.

4. (H51-6) An dir allein habe ich gesündigt und getan, was in deinen Augen böse ist, auf daß du Recht behaltest mit deinem Spruch und dein Urteil unangefochten bleibe.

5. (H51-7) Siehe, ich bin in Schuld geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen;

6. (H51-8) siehe, du verlangst Wahrheit im Innersten: so tue mir im Verborgenen Weisheit kund!

7. (H51-9) Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee!

8. (H51-10) Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast.

9. (H51-11) Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden und tilge alle meine Missetat!

10. (H51-12) Schaffe mir, o Gott, ein reines Herz und gib mir von neuem einen gewissen Geist!

11. (H51-13) Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

12. (H51-14) Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und ein williger Geist unterstütze mich!

13. (H51-15) Ich will die Abtrünnigen deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren.

14. (H51-16) Errette mich von den Blutschulden, o Gott, du Gott meines Heils, so wird meine Zunge deine Gerechtigkeit rühmen.

15. (H51-17) Herr, tue meine Lippen auf, daß mein Mund dein Lob verkündige!

16. (H51-18) Denn du begehrst kein Opfer, sonst wollte ich es dir geben; Brandopfer gefallen dir nicht.

17. (H51-19) Die Gott wohlgefälligen Opfer sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten.

18. (H51-20) Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern Jerusalems!

19. (H51-21) Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und Ganzopfer; dann kommen Farren auf deinen Altar!

1. Dem Vorsänger. Eine Unterweisung von David. (H52-2) Als Doeg, der Edomiter, kam und Saul anzeigte: David ist in das Haus Achimelechs gegangen! (H52-3) Was rühmst du dich der Gnade Gottes den ganzen Tag, der du in der Bosheit stark bist?

2. (H52-4) Deine Zunge trachtet nach Schaden; wie ein scharfes Schermesser, so heimtückisch ist sie.

3. (H52-5) Du ziehst das Böse dem Guten vor, sprichst lieber schlecht als recht! (Pause.)

4. (H52-6) Du redest gerne so, als wolltest du alles verschlingen, du Lügenmaul!

5. (H52-7) Gott wird dich auch noch stürzen, und zwar für immer, er wird dich wegraffen, herausreißen aus dem Zelte und dich ausrotten aus dem Lande der Lebendigen! (Pause.)

6. (H52-8) Das werden die Gerechten sehen mit Entsetzen und über ihn lachen:

7. (H52-9) Seht, das ist der Mann, der Gott nicht zu seiner Zuflucht machte, sondern sich auf seinen großen Reichtum verließ und durch seine Habgier mächtig ward!

8. (H52-10) Ich aber bin wie ein grüner Ölbaum im Hause Gottes; ich vertraue auf Gottes Gnade immer und ewiglich.

9. (H52-11) Ich preise dich ewiglich für das, was du getan, und hoffe auf deinen Namen, weil er so gut ist, angesichts deiner Frommen.

1. Dem Vorsänger. Auf der Machalat. Eine Unterweisung von David. (H53-2) Die Narren sprechen in ihrem Herzen: «Es gibt keinen Gott!» Sie handeln verderblich und greulich verkehrt; keiner ist, der Gutes tut.

2. (H53-3) Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder herab, zu sehen, ob jemand so klug sei, daß er nach Gott frage.

3. (H53-4) Doch alle sind abgewichen, allesamt verdorben, keiner ist, der Gutes tut, kein einziger!

4. (H53-5) Haben das die Übeltäter nicht erfahren, die mein Volk verschlingen, als äßen sie Brot? Gott aber riefen sie nicht an.

5. (H53-6) Dort aber fürchteten sie sich, wo nichts zu fürchten war; denn Gott zerstreute die Gebeine deiner Belagerer; du machtest sie zuschanden; denn Gott verwarf sie.

6. (H53-7) Ach, daß aus Zion die Rettung für Israel käme! Wenn Gott die Gefangenschaft seines Volkes wendet, wird Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein.

1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Eine Unterweisung von David. (H54-2) Als die Siphiter kamen und zu Saul sprachen: Hält sich nicht David bei uns verborgen? (H54-3) O Gott, durch deinen Namen rette mich und durch deine Macht schaffe mir Recht!

2. (H54-4) O Gott, höre mein Gebet und nimm zu Ohren die Reden meines Mundes!

3. (H54-5) Denn es haben sich Fremde wider mich erhoben, und Tyrannen trachten mir nach dem Leben; sie haben Gott nicht vor Augen. (Pause.)

4. (H54-6) Siehe, Gott ist mein Helfer, der Herr hält es mit denen, die mein Leben erhalten.

5. (H54-7) Möge meinen Feinden ihre Bosheit vergolten werden; nach deiner Treue vertilge sie!

6. (H54-8) Ich will dir opfern aus freiem Trieb, deinen Namen, o HERR, will ich loben, denn er ist gut!

7. (H54-9) Denn er hat mich errettet aus aller Not, und mein Auge sieht seine Lust an meinen Feinden.

1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Eine Unterweisung von David. (H55-2) Vernimm, o Gott, mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen:

2. (H55-3) merke auf mich und erhöre mich, obwohl ich umherirre in meiner Klage und unruhig bin,

3. (H55-4) vor dem Brüllen des Feindes, vor der Bedrückung des Gottlosen; denn sie überhäufen mich mit Beschuldigungen und befeinden mich grimmig!

4. (H55-5) Mein Herz bebt in mir, und des Todes Schrecken ist auf mich gefallen;

5. (H55-6) Furcht und Zittern kommt mich an, und Todesblässe bedeckt mich.

6. (H55-7) Und ich sprach: O hätte ich doch Taubenflügel, daß ich davonfliegen und irgendwo bleiben könnte!

7. (H55-8) Siehe, ich wollte weit weg fliehen, in der Wüste Aufenthalt nehmen;

8. (H55-9) ich wollte zu meinem Zufluchtsort eilen vor dem sausenden Wind und Sturm. (Pause.)

9. (H55-10) Verwirre sie, HERR, mach uneins ihre Zungen, denn ich sehe in der Stadt Gewalttätigkeit und Streit!

10. (H55-11) Solches geht Tag und Nacht um auf ihren Mauern, und in ihrem Innern ist Unheil und Mühsal.

11. (H55-12) Habgier herrscht in ihrer Mitte, und von ihrem Markt weichen nicht Erpressung und Betrug.

12. (H55-13) Denn es ist nicht mein Feind, der mich schmäht (das könnte ich ertragen); nicht mein Hasser erhebt sich wider mich vor dem wollte ich mich verbergen;

13. (H55-14) aber du bist es, ein Mensch meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter!

14. (H55-15) Wir haben einst zusammen süßen Umgang gepflogen, sind ins Gotteshaus gegangen unter der Menge.

15. (H55-16) Der Tod überfalle sie! Mögen sie lebendig zur Unterwelt fahren! Denn Bosheit ist in ihren Wohnungen, in ihren Herzen.

16. (H55-17) Ich aber rufe zu Gott, und der HERR wird mir helfen;

17. (H55-18) abends, morgens und mittags will ich beten und ringen, so wird er meine Stimme hören.

18. (H55-19) Er hat meine Seele erlöst und ihr Frieden verschafft vor denen, die mich bekriegten; denn ihrer viele sind gegen mich gewesen.

19. (H55-20) Gott wird hören und ihnen antworten, er, der von alters her thront (Pause). Denn sie ändern sich nicht, und sie fürchten Gott nicht.

20. (H55-21) Er hat seine Hand ausgestreckt gegen die, welche in Frieden mit ihm lebten; seinen Bund hat er entweiht.

21. (H55-22) Seine Reden sind süß, aber Krieg hat er im Sinn. Seine Worte sind sanfter als Öl, aber doch gezückte Schwerter.

22. (H55-23) Wirf dein Anliegen auf den HERRN, der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen!

23. (H55-24) Du aber, o Gott, wirst sie in die tiefste Grube hinunterstoßen; die Blutgierigen und Falschen werden es nicht bis zur Hälfte ihrer Tage bringen. Ich aber vertraue auf dich!

1. Dem Vorsänger. «Von der stummen Taube unter den Fremden.» Eine Denkschrift Davids; als ihn die Philister ergriffen zu Gat. (H56-2) O Gott, sei mir gnädig; denn es schnaubt ein Mensch wider mich, immerfort bekriegt und bedrängt er mich!

2. (H56-3) Meine Widersacher schnauben den ganzen Tag, ja viele Hohe streiten wider mich.

3. (H56-4) Wenn mir angst ist, vertraue ich auf dich!

4. (H56-5) In Gott will ich rühmen sein Wort; auf Gott vertraue ich und habe keine Furcht; was kann Fleisch mir antun?

5. (H56-6) Täglich lauern sie auf meine Worte, auf mein Unglück gehen alle ihre Gedanken;

6. (H56-7) sie rotten sich zusammen, lauschen im Verborgenen, beobachten meine Tritte und lauern auf mein Leben.

7. (H56-8) Sollten sie bei ihrer Bosheit entrinnen? O Gott, stürze die Völker im Zorn!

8. (H56-9) Du zählst, wie oft ich fliehen muß; sammle meine Tränen in deinen Schlauch! Stehen sie nicht in deinem Buch?

9. (H56-10) Am Tage, da ich rufe, weichen meine Feinde zurück; das weiß ich, daß Gott für mich ist.

10. (H56-11) In Gott will ich rühmen das Wort, im HERRN will ich rühmen das Wort;

11. (H56-12) auf Gott vertraue ich und habe keine Furcht; was kann ein Mensch mir antun?

12. (H56-13) Die Gelübde, die ich dir, o Gott, gelobt, liegen auf mir; ich will dir Dankopfer bezahlen!

13. (H56-14) Denn hast du nicht meine Seele vom Tode errettet, meine Füße vom Gleiten, damit ich vor Gottes Angesicht wandle im Lichte des Lebens?

1. Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Eine Denkschrift Davids; als er vor Saul in die Höhle floh. (H57-2) Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig; denn bei dir birgt sich meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel nehme ich Zuflucht, bis das Unglück vorüber ist.

2. (H57-3) Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der wohltut an mir.

3. (H57-4) Er wird mir vom Himmel Rettung senden, zum Hohn machen den, der wider mich schnaubt. (Pause.) Gott wird seine Gnade und Wahrheit senden.

4. (H57-5) Meine Seele ist mitten unter Löwen, ich liege zwischen Feuerbränden, wohne unter Menschenkindern, deren Zähne Speere und Pfeile und deren Zungen scharfe Schwerter sind.

5. (H57-6) Erhebe dich, o Gott, über den Himmel, über die ganze Erde deine Herrlichkeit!

6. (H57-7) Sie haben meinen Füßen ein Netz gestellt, meine Seele niedergebeugt; sie höhlten eine Grube aus, fielen aber selbst hinein! (Pause.)

7. (H57-8) Mein Herz ist bereit, o Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen.

8. (H57-9) Wache auf, meine Ehre, Psalter und Harfe, wacht auf! Ich will mit dem Morgenrot erwachen.

9. (H57-10) Herr, ich will dich preisen unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten;

10. (H57-11) denn deine Gnade ist groß; sie reicht bis zum Himmel, und deine Wahrheit bis zu den Wolken!

11. (H57-12) Erhebe dich, o Gott, über den Himmel, über die ganze Erde deine Herrlichkeit!

1. Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Eine Denkschrift von David. (H58-2) Seid ihr denn wirklich stumm, wo ihr Recht sprechen, wo ihr ein richtiges Urteil fällen solltet, ihr Menschenkinder?

2. (H58-3) Statt dessen schmiedet ihr Unrecht im Herzen, im Lande teilen eure Hände Mißhandlungen aus.

3. (H58-4) Die Gottlosen sind von Mutterleib an auf falscher Bahn, die Lügner gehn von Geburt an auf dem Irrweg.

4. (H58-5) Sie haben Gift wie Schlangengift, wie eine taube Otter, die ihr Ohr verstopft,

5. (H58-6) die nicht hören will auf die Stimme des Schlangenbeschwörers, des Zauberers, der den Bann sprechen kann.

6. (H58-7) O Gott, reiße ihnen die Zähne aus dem Maul; HERR, zerschmettere den jungen Löwen das Gebiß!

7. (H58-8) Laß sie zerrinnen wie Wasser, das sich verläuft! Legt er seinen Pfeil an, so seien sie wie abgeschnitten!

8. (H58-9) Sie sollen sein wie eine Schnecke, die dahingeht und vergeht, wie eine Fehlgeburt, welche niemals die Sonne sah!

9. (H58-10) Ehe noch eure Hecken die Dornen bemerken, erfasse sie, wenn sie noch frisch sind, die Feuerglut!

10. (H58-11) Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache sieht, und wird seine Füße baden in des Gottlosen Blut.

11. (H58-12) Und die Leute werden sagen: Es gibt doch einen Lohn für den Gerechten; es gibt doch einen Gott, der richtet auf Erden!

1. Dem Vorsänger. «Verdirb nicht.» Eine Denkschrift von David; als Saul das Haus bewachen ließ, um ihn zu töten. (H59-2) Mein Gott, errette mich von meinen Feinden, befreie mich von meinen Widersachern!

2. (H59-3) Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen!

3. (H59-4) Denn siehe, sie lauern auf mein Leben, Starke sammeln sich wider mich, o HERR, ohne mein Verschulden und ohne daß ich gefehlt.

4. (H59-5) Gegen einen Unschuldigen laufen und rüsten sie sich; mache dich auf, komm mir entgegen und siehe darein!

5. (H59-6) Ja, du, HERR, Gott der Heerscharen, Gott Israels, mache dich auf, alle Heiden heimzusuchen, schone keinen der ruchlosen Verräter! (Pause.)

6. (H59-7) Sie kommen jeden Abend, heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt herum.

7. (H59-8) Siehe, ihr Mund sprudelt Böses , Schwerter sind auf ihren Lippen; denn sie denken: «Wer hört es?»

8. (H59-9) Aber du, HERR, lachst ihrer, du spottest aller Heiden.

9. (H59-10) Meine Stärke, auf dich gebe ich acht; denn Gott ist meine hohe Burg.

10. (H59-11) Mein Gott wird mir entgegenkommen mit seiner Gnade; Gott wird mich meine Lust sehen lassen an meinen Feinden.

11. (H59-12) Töte sie nicht, sonst hat es mein Volk bald wieder vergessen; vertreibe sie durch deine Macht und stürze sie, Herr, unser Schild!

12. (H59-13) Das Wort ihres Mundes ist nichts als Sünde, sie verstricken sich in ihrem Übermut, in den Flüchen, die sie ausstoßen, und in den Lügen, die sie erzählen.

13. (H59-14) Vertilge sie im Zorn, vertilge sie gänzlich, damit man innewerde, daß Gott in Jakob herrscht bis an die Enden der Erde! (Pause.)

14. (H59-15) Dann sollen sie am Abend wiederkommen, heulen wie die Hunde und umherlaufen in der Stadt;

15. (H59-16) sie sollen umherirren nach Speise, wenn sie keine Nahrung und kein Obdach finden!

16. (H59-17) Ich aber will deine Macht besingen und alle Morgen deine Gnade rühmen, daß du mir zur Zuflucht geworden bist, zum Schutz am Tage der Not.

17. (H59-18) Ich will dir singen, meine Stärke; denn du bist meine Zuflucht, mein gnädiger Gott!

1. Dem Vorsänger. Auf Schuschan Edut. Eine Denkschrift von David; zum Lehren. (H60-2) Als er gestritten hatte mit den Syrern von Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba, und Joab zurückkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, zwölftausend Mann. (H60-3) O Gott, der du uns verstoßen und in deinem Zorn zerrissen hast, stelle uns wieder her!

2. (H60-4) Der du die Erde erschüttert und zerspalten hast, heile ihre Brüche; denn sie wankt.

3. (H60-5) Du hast dein Volk Schweres sehen lassen, du tränktest uns mit Taumelwein.

4. (H60-6) Du hast denen, die dich fürchten, ein Panier gegeben, daß sie sich erheben angesichts deiner Treue. (Pause.)

5. (H60-7) Auf daß deine Geliebten errettet werden, laß siegen deine Rechte und erhöre uns!

6. (H60-8) Gott hat gesprochen in seinem Heiligtum: «Ich will frohlocken! Ich will Sichem teilen und das Tal Suchot vermessen;

7. (H60-9) Gilead ist mein, und Manasse ist mein, Ephraim ist meines Hauptes Wehr, Juda mein Herrscherstab;

8. (H60-10) Moab ist mein Waschbecken, über Edom werfe ich meinen Schuh, jauchze mir zu, Philisterland!»

9. (H60-11) Wer führt mich in eine feste Stadt, wer geleitet mich nach Edom?

10. (H60-12) Wirst du es nicht tun, o Gott, der du uns verstoßen hast? Oder solltest du, o Gott, nicht ausziehen mit unserm Heer?

11. (H60-13) Schaffe uns Hilfe in der Not, denn eitel ist Menschenhilfe!

12. (H60-14) Mit Gott wollen wir Taten tun; er wird unsre Feinde untertreten.

1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Von David. (H61-2) Höre, o Gott, mein Schreien, merke auf mein Gebet!

2. (H61-3) Vom Ende der Erde rufe ich zu dir in der Angst meines Herzens: Führe du mich auf den Felsen, der mir zu hoch ist!

3. (H61-4) Denn du bist meine Zuflucht geworden, ein starker Turm vor dem Feind. (Pause.)

4. (H61-5) Laß mich ewiglich wohnen in deinem Zelte, mich bergen im Schatten deiner Flügel!

5. (H61-6) Denn du, o Gott, hast auf meine Gelübde gehört, du hast mir das Erbteil derer gegeben, die deinen Namen fürchten.

6. (H61-7) Verleihe dem Könige langes Leben, daß seine Jahre Geschlechter überdauern;

7. (H61-8) möge er ewiglich vor Gottes Angesicht bleiben; gib, daß Gnade und Treue ihn behüten!

8. (H61-9) Also will ich deinen Namen immerdar preisen, um meine Gelübde zu bezahlen Tag für Tag.

1. Dem Vorsänger. Nach Jedutun. Ein Psalm Davids. (H62-2) Nur auf Gott wartet still meine Seele, von ihm kommt mein Heil.

2. (H62-3) Nur er ist mein Fels und mein Heil, meine hohe Burg; ich werde nicht allzusehr wanken.

3. (H62-4) Wie lange laufet ihr alle Sturm gegen einen Mann und wollt ihn zertrümmern wie eine hangende Wand, eine sinkende Mauer?

4. (H62-5) Nur von seiner Höhe planen sie ihn herabzustoßen; sie haben Wohlgefallen an Lüge; mit ihrem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie. (Pause.)

5. (H62-6) Nur auf Gott wartet still meine Seele; denn von ihm kommt, was ich hoffe;

6. (H62-7) nur er ist mein Fels und mein Heil, meine hohe Burg; ich werde nicht wanken.

7. (H62-8) Auf Gott ruht mein Heil und meine Ehre; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in Gott.

8. (H62-9) Vertraue auf ihn allezeit, o Volk, schütte dein Herz vor ihm aus! Gott ist unsre Zuflucht.

9. (H62-10) Nur ein Hauch sind die Menschenkinder, große Herren trügen auch, auf der Waage steigen sie empor, sind alle leichter als ein Hauch!

10. (H62-11) Verlasset euch nicht auf erpreßtes Gut und auf geraubtes seid nicht stolz; nimmt das Vermögen zu, so setzet euer Vertrauen nicht darauf!

11. (H62-12) Einmal hat Gott geredet, zweimal habe ich das gehört, daß die Macht Gottes sei.

12. (H62-13) Dein, o Herr, ist aber auch die Gnade; denn du bezahlst einem jeden nach seinem Tun!

1. Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war. (H63-2) O Gott, du bist mein Gott; frühe suche ich dich; es dürstet meine Seele nach dir, mein Fleisch schmachtet nach dir in einem dürren, müden Land, wo kein Wasser ist!

2. (H63-3) Wie gern sähe ich deine Macht und Herrlichkeit so, wie ich dich im Heiligtum sah;

3. (H63-4) denn deine Gnade ist besser als Leben; meine Lippen sollen dich preisen.

4. (H63-5) So will ich dich loben mein Leben lang, in deinem Namen meine Hände aufheben.

5. (H63-6) Meine Seele wird satt wie von Fett und Mark, und mit jauchzenden Lippen lobt dich mein Mund,

6. (H63-7) wenn ich deiner gedenke auf meinem Lager, in den Nachtwachen über dich sinne;

7. (H63-8) denn du bist meine Hilfe geworden, und unter dem Schatten deiner Flügel juble ich.

8. (H63-9) Meine Seele hängt dir an, deine Rechte hält mich fest.

9. (H63-10) Jene aber, die meine Seele zu verderben trachten, müssen hinabfahren in die untersten Örter der Erde!

10. (H63-11) Man wird sie dem Schwerte preisgeben, eine Beute der Schakale werden sie sein!

11. (H63-12) Der König aber soll sich freuen in Gott; wer bei ihm schwört, wird sich glücklich preisen; aber jedes Lügenmaul wird verstopft!

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. (H64-2) O Gott, höre meine Stimme, wenn ich seufze; behüte meine Seele, wenn der Feind mich schreckt!

2. (H64-3) Verbirg mich vor den geheimen Plänen der Bösewichter, vor der Rotte der Übeltäter,

3. (H64-4) deren Zungen so scharf sind wie Schwerter und die ihren Pfeil anlegen, ein bitteres Wort,

4. (H64-5) um damit heimlich den Unschuldigen zu treffen, plötzlich auf ihn zu schießen ohne Scheu.

5. (H64-6) Sie nehmen sich böse Sachen vor, verabreden sich, Schlingen zu legen, sagen: «Wer wird sie sehen?»

6. (H64-7) Sie ersinnen Tücken: «Wir sind fertig, halten unsern Plan geheim!» Eines jeden Inneres und sein Herz sind unerforschlich!

7. (H64-8) Aber Gott hat sie schon getroffen mit dem Pfeil; urplötzlich fühlten sie sich verwundet.

8. (H64-9) Und zwar hat ihre eigene Zunge sie zu Fall gebracht, so daß sich jedermann entsetzt, der sie sieht.

9. (H64-10) Da fürchten sich alle Leute und bekennen: «Das hat Gott getan!» und erkennen, daß es sein Werk ist.

10. (H64-11) Der Gerechte freut sich im HERRN und nimmt seine Zuflucht zu ihm, und alle aufrichtigen Herzen preisen sich glücklich.

1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids; ein Lied. (H65-2) Du bist es, o Gott, dem Lobgesang gebührt zu Zion, und dem man Gelübde bezahlen soll!

2. (H65-3) Du erhörst Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir!

3. (H65-4) Die Summe der Missetaten ist mir zu schwer geworden; du sühnst unsre Übertretungen.

4. (H65-5) Wohl dem, den du erwählst und zu dir nahen lässest, daß er wohne in deinen Vorhöfen! Laß uns satt werden von den Gütern deines Hauses, deines heiligen Tempels!

5. (H65-6) Du antwortest uns wunderbar in Gerechtigkeit, du Gott unsres Heils, du Zuversicht aller Enden der Erde und der fernsten Meere;

6. (H65-7) der die Berge gründet in seiner Kraft, der mit Macht umgürtet ist;

7. (H65-8) welcher stillt das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker,

8. (H65-9) daß die, welche an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen sich fürchten; die äußersten Länder gegen Morgen und Abend machst du jubeln.

9. (H65-10) Du suchst das Land heim und wässerst es und machst es sehr reich; Gottes Brunnen hat Wassers die Fülle. Du bereitest ihr Korn, denn also bereitest du das Land zu;

10. (H65-11) du tränkst seine Furchen, feuchtest seine Schollen; mit Regenschauern machst du es weich und segnest sein Gewächs.

11. (H65-12) Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußstapfen triefen von Fett.

12. (H65-13) Es triefen die Oasen der Wüste, und mit Jubel gürten sich die Hügel.

13. (H65-14) Wie sich die Weiden mit Schafen kleiden, so bedecken sich die Täler mit Korn, daß man jauchzt und singt.

1. Dem Vorsänger. Ein Psalmlied. Jauchzet Gott, alle Welt!

2. Singet Ehre seinem Namen, machet herrlich sein Lob!

3. Sprechet zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Ob der Größe deiner Macht schmeicheln dir deine Feinde.

4. Alle Welt bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen! (Pause.)

5. Kommt her und schauet die Werke Gottes, dessen Tun an den Menschenkindern so wunderbar ist!

6. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, durch den Strom gingen sie zu Fuß; daselbst freuten wir uns seiner.

7. Er herrscht durch seine Kraft ewiglich; seine Augen beobachten die Völker; die Widerspenstigen werden nicht aufkommen gegen ihn. (Pause.)

8. Preiset, ihr Nationen, unsern Gott, Lasset laut sein Lob erschallen,

9. der unsre Seelen ins Leben rief und unsre Füße nicht wanken ließ!

10. Denn du hast uns geprüft, o Gott, und uns geläutert, wie man Silber läutert;

11. du hast uns ins Gefängnis wandern lassen, hast unsern Lenden eine schwere Last auferlegt;

12. du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen; wir sind in Feuer und Wasser gekommen; aber du hast uns herausgeführt in die Freiheit.

13. Darum will ich mit Brandopfern in dein Haus kommen und dir meine Gelübde bezahlen,

14. welche sich meinen Lippen entrungen haben und die mein Mund geredet hat, als mir bange war.

15. Fette Brandopfer will ich dir darbringen samt dem Rauch von Widdern; Rinder samt Böcken will ich zurichten. (Pause.)

16. Kommt her, höret zu, alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat!

17. Zu ihm rief ich mit meinem Munde, und Lobpreis war auf meiner Zunge.

18. Hätte ich Unrecht vorgehabt in meinem Herzen, so hätte der Herr nicht erhört;

19. aber wahrlich, Gott hat erhört, er hat auf die Stimme meines Flehens geachtet.

20. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht abgewiesen und seine Gnade nicht von mir gewendet hat!

1. Dem Vorsänger. Mit Saitenspiel. Ein Psalmlied. (H67-2) Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse sein Antlitz bei uns leuchten, (Pause.)

2. (H67-3) daß man auf Erden deinen Weg erkenne, unter allen Nationen dein Heil.

3. (H67-4) Es sollen dir danken die Völker, o Gott, dir danken alle Völker. (Pause.)

4. (H67-5) Die Nationen sollen sich freuen und jauchzen, weil du die Völker recht richtest und die Nationen auf Erden führst! (Pause.)

5. (H67-6) Es sollen dir danken die Völker, o Gott, dir danken alle Völker!

6. (H67-7) Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott;

7. (H67-8) es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!

1. Dem Vorsänger. Von David. Ein Psalmlied. (H68-2) Es stehe Gott auf, daß seine Feinde zerstreut werden, und die ihn hassen, vor ihm fliehen!

2. (H68-3) Wie Rauch vertrieben wird, möge er sie vertreiben; wie Wachs vor dem Feuer zerschmilzt, so müssen die Gottlosen vergehen vor Gottes Angesicht!

3. (H68-4) Die Gerechten aber sollen sich freuen und fröhlich sein vor Gottes Angesicht und mit Freuden frohlocken!

4. (H68-5) Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Machet Bahn dem, der durch die Steppen fährt! HERR ist sein Name: frohlockt vor ihm!

5. (H68-6) Er ist ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen, Gott, der in seinem Heiligtum wohnt;

6. (H68-7) ein Gott, der Vereinsamten ein Heim gibt, Gefangene in Sicherheit bringt; nur Widerspenstige bewohnen dürres Land.

7. (H68-8) O Gott, da du auszogst vor deinem Volke her, als du durch die Wüste schrittest, (Pause)

8. (H68-9) da erbebte die Erde, auch die Himmel troffen vor Gottes Angesicht, jener Sinai vor Gott, dem Gott Israels.

9. (H68-10) Du schüttetest, o Gott, einen reichlichen Regen herab; dein Erbe, welches matt geworden, erquicktest du,

10. (H68-11) daß die, welche du am Leben erhalten, darin wohnen konnten; durch deine Güte, o Gott, bereitetest du es für die Elenden zu!

11. (H68-12) Der Herr lasse Siegesgesang erschallen! Der Siegesbotinnen ist ein großes Heer!

12. (H68-13) Die Könige der Heerscharen müssen fliehen, fliehen müssen sie; und die im Hause wohnt, teilt Beute aus!

13. (H68-14) Wollt ihr zwischen den Hürden liegen? Die Flügel der Taube sind mit Silber überzogen und ihr Gefieder mit schimmerndem Gold!

14. (H68-15) Als der Allmächtige die Könige daselbst zerstreute, da schneite es auf dem Zalmon.

15. (H68-16) Das Gebirge Basan ist ein Gottesberg, das Gebirge Basan ist ein gipfelreicher Berg.

16. (H68-17) Warum beneidet ihr gipfelreichen Berge den Berg, welchen Gott zu seiner Wohnung begehrt hat, welchen der HERR auch ewiglich bewohnen wird?

17. (H68-18) Der Wagen Gottes sind tausendmaltausend und abertausend; der Herr kam vom Sinai ins Heiligtum.

18. (H68-19) Du bist zur Höhe emporgestiegen, hast Gefangene mitgeführt; du hast Gaben empfangen unter den Menschen, auch den Widerspenstigen, auf daß der HERR Gott bleiben soll.

19. (H68-20) Gepriesen sei der Herr! Tag für Tag trägt er unsere Last, der Gott unsres Heils! (Pause.)

20. (H68-21) Gott ist für uns ein Gott rettender Taten, und der HERR, unser Gott, hat Auswege aus dem Tod.

21. (H68-22) Gewiß wird Gott das Haupt seiner Feinde zerschmettern, den Haarscheitel dessen, der in seinen Sünden einhergeht.

22. (H68-23) Der Herr hat gesagt: Ich will sie von Basan zurückbringen, ich will zurückbringen aus den Tiefen des Meeres,

23. (H68-24) auf daß du deinen Fuß im Blute badest, daß die Zunge deiner Hunde von den Feinden ihr Teil bekomme!

24. (H68-25) Man sieht, o Gott, deinen Einzug, den Einzug meines Gottes, meines Königs, ins Heiligtum:

25. (H68-26) Die Sänger gehen voran, darnach die Saitenspieler, inmitten der Jungfrauen, welche die Handpauken schlagen.

26. (H68-27) In den Versammlungen preiset Gott, den Herrn, ihr aus Israels Quell!

27. (H68-28) Da ist Benjamin, der kleine, der sie beherrscht, die Fürsten von Juda und ihr Haufe, die Fürsten von Sebulon, die Fürsten von Naphtali!

28. (H68-29) Dein Gott hat geboten, daß du stark seiest; stärke, o Gott, was du uns erwirkt hast!

29. (H68-30) Für deinen Tempel zu Jerusalem werden dir Könige Gaben bringen.

30. (H68-31) Schilt das Tier im Schilf, die Rotte der starken Ochsen unter den Kälbern von Völkern, die sich um Silberstücke streiten! Zerstreue die Völker, welche gerne kriegen!

31. (H68-32) Vornehme aus Ägypten werden kommen, Mohrenland wird eilends seine Hände nach Gott ausstrecken.

32. (H68-33) Ihr Königreiche der Erde, singet, lobsinget dem Herrn, (Pause)

33. (H68-34) dem, der einherfährt am Himmel, am uralten Himmel! Siehe, er läßt seine Stimme erschallen, seine gewaltige Stimme!

34. (H68-35) Gebt Gott die Macht! Über Israel ist er hoch erhaben und mächtig in den Wolken.

35. (H68-36) Verehrungswürdig bist du, o Gott, in deinem Heiligtum! Der Gott Israels verleiht seinem Volk Macht und Stärke. Gepriesen sei Gott!

1. Dem Vorsänger. Nach der Singweise «Lilien». Von David. (H69-2) O Gott, hilf mir; denn das Wasser geht mir bis an die Seele!

2. (H69-3) Ich versinke in tiefem Schlamm und habe keinen Stand, ich bin in tiefes Wasser geraten, und die Flut will mich überströmen;

3. (H69-4) ich bin müde von meinem Schreien, meine Kehle ist vertrocknet, ich habe mir die Augen ausgeweint im Harren auf meinen Gott.

4. (H69-5) Derer, die mich ohne Ursache hassen, sind mehr als Haare auf meinem Haupt; meine Feinde, die mich mit Lügen vernichten wollen, sind stark; was ich nicht geraubt habe, das soll ich erstatten!

5. (H69-6) O Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schulden sind dir nicht verborgen.

6. (H69-7) Laß nicht zuschanden werden an mir, die deiner harren, o Gott; HERR der Heerscharen; laß nicht meinethalben beschämt werden, die dich suchen, Gott Israels!

7. (H69-8) Denn um deinetwillen trage ich Schmach und bedeckt Schande mein Angesicht.

8. (H69-9) Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Söhnen meiner Mutter;

9. (H69-10) denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

10. (H69-11) Als meine Seele fastete und weinte, wurde ich deshalb beschimpft;

11. (H69-12) und als ich mich mit einem Sack kleidete, haben sie mich zum Sprichwort gemacht.

12. (H69-13) Die im Tor herumsitzen, schwatzen von mir, und die Zecher pfeifen mich aus.

13. (H69-14) Ich aber bete, HERR, zu dir zur angenehmen Zeit; antworte mir, o Gott, nach deiner großen Gnade mit deinem wahren Heil!

14. (H69-15) Reiße mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke; möchte ich doch errettet werden von meinen Hassern und aus den tiefen Wassern,

15. (H69-16) daß mich die Wasserflut nicht überströme und mich die Tiefe nicht verschlinge, noch die Zisterne sich über mir schließe.

16. (H69-17) Erhöre mich, HERR; denn deine Gnade ist freundlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

17. (H69-18) und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht; denn mir ist angst, erhöre mich bald!

18. (H69-19) Nahe dich meiner Seele, erlöse sie; um meiner Feinde willen befreie mich!

19. (H69-20) Du weißt, was für Schimpf, für Schande und Schmach mir angetan wird; meine Widersacher sind alle vor dir.

20. (H69-21) Die Schmach hat mir das Herz gebrochen, daß ich krank geworden bin; ich wartete auf Mitleid, aber da war keines, und auf Tröster, aber ich fand sie nicht.

21. (H69-22) Und sie taten Galle in meine Speise und tränkten mich mit Essig in meinem Durst.

22. (H69-23) Ihr Tisch vor ihnen müsse zur Schlinge werden und den Sorglosen zum Fallstrick!

23. (H69-24) Ihre Augen sollen so finster werden, daß sie nicht mehr sehen, und ihre Lenden sollen allezeit wanken.

24. (H69-25) Gieße deinen Grimm über sie aus, und die Glut deines Zorns erfasse sie;

25. (H69-26) ihre Wohnstätte müsse verwüstet werden, und in ihren Zelten wohne niemand mehr!

26. (H69-27) Denn sie verfolgen den, welchen du geschlagen hast, und vermehren die Schmerzen deiner Verwundeten.

27. (H69-28) Rechne ihnen um so mehr Schulden zu und laß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit!

28. (H69-29) Tilge sie aus dem Buche der Lebendigen; sie sollen nicht mit den Gerechten eingeschrieben werden!

29. (H69-30) Ich aber bin elend und krank; dein Heil, o Gott, richte mich auf!

30. (H69-31) Ich will den Namen Gottes rühmen mit einem Lied und ihn erheben mit Lobgesang.

31. (H69-32) Das wird dem HERRN angenehmer sein als ein Stier, als ein Farre, der Hörner und Klauen hat!

32. (H69-33) Wenn das die Elenden sehen, werden sie sich freuen. Ihr, die ihr Gott suchet, euer Herz soll aufleben!

33. (H69-34) Denn der HERR hört auf die Armen und verachtet seine Gebundenen nicht.

34. (H69-35) Himmel und Erde sollen ihn rühmen, das Meer und alles, was sich darin regt!

35. (H69-36) Denn Gott wird Zion retten und die Städte Judas bauen, und man wird daselbst wohnen und sie besitzen;

36. (H69-37) und der Same seiner Knechte wird sie ererben, und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.

1. Dem Vorsänger. Von David. Zum Gedächtnis. (H70-2) Eile, o Gott, mich zu erretten, HERR, mir zu helfen!

2. (H70-3) Es müssen sich schämen und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten; es müssen zurückweichen und schamrot werden, die mein Unglück suchen!

3. (H70-4) Es sollen sich zurückziehen, wegen ihrer eigenen Schande, die da sagen: «Ha, ha!»

4. (H70-5) Es müssen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; und die dein Heil lieben, müssen immerdar sagen: Gott ist groß!

5. (H70-6) Ich aber bin elend und arm; o Gott, eile zu mir! Meine Hilfe und mein Retter bist du; o HERR, säume nicht!

1. Bei dir, HERR, suche ich Zuflucht; laß mich nicht zuschanden werden ewiglich!

2. Errette mich durch deine Gerechtigkeit und befreie mich; neige dein Ohr zu mir und hilf mir;

3. sei mir ein stets zugänglicher Felsenhorst, der du verheißen hast, mir zu helfen; denn du bist meine Felsenkluft und meine Burg.

4. Mein Gott, laß mich entrinnen der Hand des Gottlosen, der Faust des Ungerechten und Peinigers!

5. Denn du bist meine Hoffnung, Herr, HERR, mein Gott, meine Zuversicht von meiner Jugend an.

6. Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib her, du hast für mich gesorgt vom Mutterschoß an, mein Ruhm gilt immer dir.

7. Ich komme vielen wie ein Wunder vor, und du bist meine starke Zuflucht.

8. Mein Mund sei deines Ruhmes voll, allezeit deiner Verherrlichung!

9. Verwirf mich nicht in den Tagen des Alters, verlaß mich nicht, wenn meine Kraft abnimmt!

10. Denn meine Feinde reden von mir, und die meiner Seele auflauern, ratschlagen miteinander

11. und sagen: «Gott hat ihn verlassen; jaget ihm nach und ergreift ihn; denn da ist kein Erretter!»

12. O Gott, sei nicht fern von mir, mein Gott, eile mir zu Hilfe!

13. Es müssen sich schämen und vertilgt werden, die meine Seele anfechten, mit Schimpf und Schande müssen bedeckt werden, die mein Unglück suchen!

14. Ich aber will immerdar harren und noch mehr hinzufügen zu all deinem Ruhm.

15. Mein Mund soll erzählen von deiner Gerechtigkeit, täglich von deinen Hilfserweisen, die ich nicht zu zählen weiß.

16. Ich komme in der Kraft des Herrn; HERR, ich erwähne deine Gerechtigkeit, sie allein!

17. O Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und bis hierher verkündige ich deine Wunder.

18. Verlaß mich, o Gott, auch bis ins Greisenalter nicht, bis ich deinen Arm verkündige dem künftigen Geschlecht, deine Kraft allen, die noch kommen sollen.

19. Und deine Gerechtigkeit, o Gott, ist die allerhöchste; denn du hast Großes getan; o Gott, wer ist dir gleich?

20. Der du uns viel Not und Unglück hast sehen lassen, du machst uns wieder lebendig und holst uns wieder aus den Tiefen der Erde herauf;

21. du machst mich um so größer und tröstest mich wiederum.

22. Darum will auch ich dir danken mit Saitenspiel, will deine Treue, o mein Gott, besingen, dir auf der Harfe spielen, du Heiliger Israels!

23. Meine Lippen sollen jubeln, wenn ich dir singe, und meine Seele, die du erlöst hast.

24. Auch meine Zunge soll täglich dichten von deiner Gerechtigkeit; denn beschämt und schamrot wurden, die mein Unglück suchen.

1. Von Salomo. O Gott, gib dein Gericht dem König und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,

2. daß er dein Volk richte mit Gerechtigkeit und deine Elenden nach dem Recht.

3. Die Berge mögen dem Volke Frieden spenden und die Hügel, durch Gerechtigkeit.

4. Er schaffe den Elenden des Volkes Recht und helfe den Kindern der Armen und unterdrücke den Gewalttätigen.

5. So wird man dich fürchten, solange die Sonne und der Mond scheint, von Geschlecht zu Geschlecht.

6. Er wird herabkommen wie Regen auf die kahle Flur, wie Regenschauer, die das Land erweichen.

7. In seinen Tagen wird der Gerechte blühen, und Fülle von Frieden wird sein, bis kein Mond mehr ist.

8. Und er wird herrschen von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde.

9. Vor ihm werden sich die Wüstenvölker beugen, und seine Feinde werden Staub lecken.

10. Die Könige von Tarsis und den Inseln werden Gaben bringen, die Könige von Saba und Seba werden Geschenke senden.

11. Alle Könige werden ihn anbeten, alle Heiden werden ihm dienen.

12. Denn er wird den Armen erretten, wenn er schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat.

13. Des Geringen und Armen wird er sich erbarmen und die Seelen der Armen erretten.

14. Er wird ihre Seele von Bedrückungen und Mißhandlung erlösen, und ihr Blut wird in seinen Augen teuer sein.

15. Und er wird leben, und man wird ihm vom Gold aus Saba geben; und man wird immerdar für ihn beten, täglich wird man ihn segnen.

16. Es wird im Lande Überfluß an Getreide sein; auf den Bergeshöhen werden seine Fruchtbäume rauschen wie der Libanon und werden blühen im Frühling wie das Kraut auf dem Land.

17. Sein Name bleibt ewiglich, sein Ruhm wachse an der Sonne; alle Völker sollen sich segnen in seinem Namen und sollen ihn glücklich preisen!

18. Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut!

19. Und gepriesen sei ewiglich der Name seiner Majestät, und die ganze Erde soll voll werden seiner Herrlichkeit! Amen, Amen!

20. Zu Ende sind die Gebete Davids, des Sohnes Isais.

Significados: Judas, Israel, Altar, Saul, Edom, Sinai.

Você está lendo Salmos na edição SCHLACHTER, Schlachter, em Alemão.
Este lívro compôe o Antigo Testamento, tem 150 capítulos, e 2461 versículos.